An der Küste von Kenia sind auch Wale und Delfine zu Haus

Fragt man einen Urlauber nach Kenias Big Five, bekommt man unweigerlich die übliche Liste von Tieren genannt. Man wird Ihnen von Kenias traumhaften Stränden erzählen, von Korallenriffen, Fischen und Meeresschildkröten – doch kaum jemandem ist bewusst, dass in Kenia 17 unterschiedliche Arten von Delfinen und Walen nachgewiesen wurden, von denen man einige durchaus als „Big Five des Meeres“ bezeichnen könnte.

Sowohl in Kenia als auch im Ausland weiß man wenig über unsere Delfine und Wale. Dennoch lassen sich in Kenia Indopazifische Große Tümmler, Indopazifische Buckeldelfine, Ostpazifische Delfine und Buckelwale beobachten, weniger häufig auch Schwertwale, Pottwale und Minkwale. Zu den seltenen Besuchern gehören Grindwale, Brydewale, Streifendelfine und neuerdings auch Schlankdelfine.

Global Vision International (GVI) und die Watamu Marine Association (WMA) haben gemeinsam die Hauptverbreitungsgebiete von Delfinen und Walen vor der kenianischen Küste dokumentiert. So wurden im Watamu- Meeresreservat über hundert große Tümmler festgestellt, bzw. 138 im Kisite- Mpunguti- Meeresreservat, üblicherweise in Familienverbänden von bis zu 25 Tieren.

Delfinbeobachtung vom Boot aus ist in Watamu und Shimoni (Kisite) schon seit 20 Jahren eine bei Urlaubern beliebte Ausflugsmöglichkeit, welcher von kommunalen Bootsanbietern, Hotels und anderen Veranstaltern angeboten wird. Um dabei das Wohlergehen der Delfine sicherzustellen, haben WMA und GVI „Good Dolphin Watching Guidelines“ (Richtlinien für Delfinbeobachtung) aufgestellt. Auf diese Weise soll Delfinbeobachtung nach den Grundsätzen des Ökotourismus und mit einem wirtschaftlichen Nutzen für die lokale Bevölkerung ermöglicht werden. Gleichzeitig wird auf diese Weise sichergestellt, dass die Delfine von Störungen und mutwillige Belästigung durch den Menschen geschützt werden. Während der Hauptsaison für Delfinbeobachtungen (Oktober bis März) können Betreiber von Ausflugsbooten in Watamu und Shimoni ihren Gästen zu 75% die Sichtung von Delfinen garantieren.

Das Hemingways in Watamu war darüber hinaus 2012 das erste Hotel an Kenias Küste, welches Ausflüge zur Walbeobachtung anbot. 2013 wurden zwischen Juli und September über 550 der Meeresriesen gesichtet. Die Ostafrikanischen Buckelwale wandern in dieser Zeit zu tropischen Innenriffen, um sich in deren Schutz fortzupflanzen und Kälber zu gebären; anschließend kehren die Wale in die kalten, aber nahrungsreichen Gewässer der Antarktis zurück. Die riesigen Meeressäuger können eine Körperlänge von 15 Metern und ein Gewicht von 30 Tonnen erreichen (ungefähr sechsmal so viel wie ein Elefant). Es bleibt unvergesslich, zu beobachten, wie sie in ihrem natürlichen Lebensraum aus dem Wasser springen, manchmal auch paarweise oder in Familienverbänden. Die meisten Buckelwale wurden vor Kenia bisher 2013 gezählt, als zwischen Juli und September alleine im Malindi- Watamu- Meeresreservat bis zu 25 Wale täglich gesichtet wurden. Manchmal können sie sogar bei Watamu vom Land aus erblickt werden, zum Beispiel bei einem kalten Bier an der Bar von Ocean Sports oder vom Hemingways, welche beide direkt vor der Küste des Meeresschutzgebiets liegen.

Die faszinierenden Ostpazifischen Delfine sind hauptsächlich im Tiefwasser vor den Küsten des Pemba Channels und der Watamu Banks anzutreffen, manchmal aber auch näher an der Küste bei Vipingo und Watamu. Sie gelten als die akrobatischsten alle Delfine mit spektakulären drehenden Sprüngen. Zuweilen jagen sie in riesigen Schulen und kreisen mit bis zu 1.000 Artgenossen die Schwärme ihrer Beutefische ein. Sportfischer berichten, dass das Meer dabei fast schwarz vor Delfinen wirkt und dass man meinen könne, die Delfine würden sich im Hochsprung messen. Manchmal dauere es bis zu 10 Minuten, um mit dem Boot so eine riesige Delfinschule zu durchqueren.

Diese aufregenden Beobachtungen erwecken bei Kenianern wie bei Urlaubern, welche durch die Meldung von Delfin- und Walbeobachtungen auch selbst zum Schutz der Meeressäuger beitragen können, ein ganz neues Bewusstsein für Kenias Unterwasserwelt. Auf http://kenyammnetwork.wix.com/kmmnetwork können auch Urlauber Beobachtungen und Fotos von Walbeobachtungen vor Kenias Küste einstellen.

Delfine können im Kisite- Mpunguti- Meeresreservat ganzjährig, bzw. bei Watamu von Oktober bis April angetroffen werden. Buckelwale können sowohl vom Land als auch vom Wasser aus von Juli bis September beobachtet werden. Ausflüge zur Walbeobachtung können über das Hemingways Watamu während dieser Zeit gebucht werden.

Das Schutz- und Forschungsprojekt der WMA wird finanziert und unterstützt vom African Fund for Endangered Wildlife (AFEW).

Weitere Informationen  finden Sie auf den Facebookseiten des Kenya Marine Mammal Network  und der Watamu Marine Association.

Quelle: Kenya Tourism Board = http://www.magical-kenya.de/
Die Rechte für den Text (Übersetzung aus dem Englischen) liegen bei Jane Spilsbury und Steve Trott (Watamu Marine Association), Sergi Perez und Zeno Wijtten (Global Vision International).

TIPP: Schauen Sie hierzu die Dokumentation des Schauspielers und Umweltaktivisten Hannes Jaenicke – Im Einsatz für Delfine am 2. August 2016 im ZDF um 22.15 Uhr