Chirinda Forest Reserve in Simbabwe – südlichster tropischer Regenwald Afrikas

Mit Afrikascout und Daktari Safaris können Sie den Chirinda Forest Reserve im Südosten Simbabwes erkunden. Etwa 900 Hektar an den Hängen des Mount Selinda und 30 km vom nächsten Ort Chipinge entfernt ist dieses Schutzgebiet ein Kleinod für Liebhaber der Flora und Fauna Afrikas.

Im Chirinda Forest Reserve finden Sie den höchsten Baum Simbabwes, der mit einem Durchmesser von über 5 Metern und einer Höhe von über 50 Metern imponiert. Es handelt sich um einen Roten Mahagonibaum, der in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts auch schon einmal über 60 m Höhe erreichte. Man sagt, dass er einen Teil seines Wipfels durch einen Blitzschlag einbüßte. Sein Alter auf 600 bis 1000 Jahre geschätzt.

Doch nicht nur über den „Big Tree“ gilt es im Chirinda Forest Reserve zu staunen. Weitere eindrucksvoll große Hartholzarten werden hier von der überdurchschnittlich hohen Regenmenge genährt. Überhundert verschiedene Baumarten wurden in diesem kleinen Naturreservat gezählt. Das feuchtwarme Klima ist auch ideal für das Wachstum von Pilzen, Farnen und Orchideen.

Pilze im Chirinda Forest Reserve - Afrikascout

Interessant sind hier im Chirinda Forest Reserve auch die Würgefeigen, eine Baumart, die für ihr Wachstum auf einen Wirtsbaum angewiesen ist und diesen mit der Zeit abtötet. Vögel und Affen deponieren die Samen in die Äste der Wirtsbäume, wo sie zunächst keimen und wachsen ohne den Wirt zu schädigen. Sie bilden Luftwurzeln, die irgendwann den Boden erreichen während die Äste der Feige den Wirtsbaum umschlingen. Wenn der Wirtsbaum schließlich erstickt und stirbt, dann langsam vermodert, bleibt nur die Würgefeige stehen, als hohles Geflecht von Ranken, Wurzeln und Ästen. Relativ häufig findet man solche „hohlen“ Würgefeigen, in die man hineinklettern und durch das Geflecht nach oben sehen kann.

Flora und Fauna im Chirinda Forest Reserve

Natürlich kommen in diesem dichten Nebelwald des Chirinda Forest auch Tiere vor, sie sind nur nicht immer einfach zu sehen in der dichten Vegetation. Besonders auffällig sind die Weißkehlmeerkatzen, eine seltene Affenart, die für ihren vielfältigen Nahrungsbedarf auf dichte, unberührte Urwälder angewiesen ist. Sie werden sie bei Ihrem Besuch eher hören, als sehen, wenn die Affen in atemberaubenden Sprüngen von einem Baum zum anderen hechten. Die Tiere sind recht scheu, doch kann man sie häufig am frühen Abend gut beobachten wenn sie durch die Äste der riesigen Bäume auf dem Campingplatz toben.

Bäume im Chirinda Forest Reserve - Afrikascout

Das Chirinda Forest Reserve bietet einen Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten, einige Spezies sind hier auch endemisch, d.h. sie kommen nur hier in diesem eng begrenzen Gebiet vor. Dazu gehören beispielsweise eine Frosch- und eine Schmetterlingsart.

Der englische Naturkundler Charles Swynnerton (1877 – 1938) erforschte ausgiebig das Chirinda Forest Reserve und trug sehr zur Erhaltung dieses einzigartigen und unberührten Urwaldes bei. Das feuchtwarme Klima mit für Simbabwe überdurchschnittlicher Regenmenge und die fruchtbaren Böden sind natürlich auch für die Landwirtschaft nützlich und in der Umgebung des Chirinda Forest Reserve wird sehr erfolgreich Kaffee angebaut. Einige Baum-, Vogel- und Tierarten wurden nach Charles Swynnerton benannt. Ihm wurde hier im Schutzgebiet ein Denkmal gesetzt.

Unterkünfte im Chirinda Forest Reserve

Für Besucher hält das Chirinda Forest Reserve drei Selbstversorger-Häuschen bereit, sowie einen weitläufigen Campingplatz mit sehr einfachen Toiletten und Duschen. Das Reservat ist mit dem Mietwagen von Chipinge aus leicht zu erreichen und lohnt sich auf alle Fälle als Zwischenstation oder Abstecher wenn man auf dem Weg in die Eastern Highlands oder über die Grenze nach Mozambique unterwegs ist.

Mit Sicherheit ist eine Wanderung durch den dichten Urwald des Chirinda Forest zu empfehlen, der weiche Boden der Wege dämpft die Schritte und erlaubt einem, die vielen faszinierenden Geräusche der Natur zu hören. Die riesigen Bäume verbergen in ihren Wipfeln eine Vielzahl von Vogelarten, unter anderem zwei trotz ihres bunt schillernden Gefieders gut getarnte Turako-Arten, der Livingstoneturako und der Glanzhaubenturako. Es soll in diesem Reservat auch Leoparden geben, doch es wäre wie ein Sechser im Lotto, einen in diesem dichten Grün zu sehen.

Viele Grüße

Ihr Afrikascout
Annette Hoffmann