Der sagenumwobene Sambesi – viertgrößter Fluss Afrikas

Auf seinem Weg vom Quellgebiet in Sambia an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo bis zum Indischen Ozean in Mosambik durchmisst der Sambesi Fluss beinahe 2600 km, stürzt sich an den Victoria Falls mehr als 100 m in die Tiefe und wird zweimal aufgestaut. Der Sambesi fließt durch Sambia, Angola und Mosambik, ist die Grenze zwischen Sambia und Namibia, sowie zwischen Simbabwe und Sambia. Nur in seinem letzten Abschnitt in Mosambik bevor er die See erreicht ist er in größerem Maß schiffbar.

Oberhalb der Victoria Falls ist der Sambesi beinahe 2 km breit und bietet zusammen mit seinem Zufluss, dem Chobe, eine Grundlage für die einzigartige Natur, die man als Besucher hier erleben kann. In diesem Bereich der Flüsse liegen auf engstem Raum 3 Nationalparks bei einander: der Chobe Nationalpark in Botswana, der Mosi oa Tunya Nationalpark in Sambia und der Sambesi Nationalpark in Simbabwe. Grenzübergreifend gehören diese Parks und noch viele weitere Schutzgebiete in 5 Ländern zum riesigen KAZA Schutzgebiet (Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area). Eines der erklärten Ziele des grenzübergreifenden Projekts ist es, die uralten Wanderwege der Elefantenherden frei zu geben.

Tierwelt im Sambesi Nationalpark

Der Sambesi Nationalpark erstreckt sich ca. 40 km am Fluss entlang und bietet einen einzigartigen Lebensraum nicht nur für vier der Big Five, Elefanten, Büffel, Löwen und Leoparden, sondern auch für viele Antilopen- und Vogelarten. Aufgrund seiner Lage direkt an dem mächtigen Fluss, gibt es natürlich auch, neben Flusspferden und Krokodilen, eine riesige Vielfalt an Wasservögeln zu beobachten, z.B. auch die seltenen Afrikanischen Binsenrallen werden hier recht häufig gesichtet.

Bootsfahrt auf dem Sambesi - Afrikascout

Einen Besuch im Sambesi Nationalpark kann man auf unterschiedlichste Weise genießen. Es gibt innerhalb des Parks mehrere private Lodges deren Ausstattung von sehr bequem bis luxuriös reicht. Die meisten bieten Pirschfahrten mit Geländewagen, Bootsfahrten und Wanderungen im Park an. An Selbstfahrer und Selbstversorger ist auch gedacht worden, für sie gibt es relativ kürzlich renovierte Bungalows im Park. Eine weitere Besonderheit sind die spannenden halb- bis mehrtägigen Kanufahrten, die man hier mit erfahrenem Guide und Verpflegung unternehmen kann. Wenn man einige Tage lang unterwegs ist, wird im Park am Ufer des Sambesi gezeltet.

Unterhalb der Victoria Falls pressen sich die tosenden Wassermassen des Sambesi durch ein Konvolut von engen Schluchten, deren steile Felswände von seltenen Taitafalken und Felsenadlern als Nistplätze dienen.

Der Verlauf des Sambesi

Aus diesen Schluchten heraus mündet der Sambesi Fluss in den knapp 230 km langen und bis zu 40 km breiten Kariba Stausee, einem der größten von Menschenhand geschaffenen Seen der Welt. Die Ufer des Karibasees sind in Simbabwe weitgehend naturbelassen, nur wenige, relativ kleine Ortschaften existieren hier, hauptsächlich vom Fischfang, der sowohl in Simbabwe als auch in Sambia kommerziell betrieben wird. Die Haupt-Attraktionen des Lake Kariba sind auf der Seite Simbabwes die Natur des Matusadona Nationalpark und die Möglichkeit auf einem Hausboot entspannende Tage mit der Tier- und Vogelbeobachtung und dem Angeln zu verbringen. Auch eine Fahrt mit der Fähre, die Fahrgäste und Autos zuverlässig innerhalb von 22 Stunden von der Stadt Kariba (am östlichen Ende des Sees) bis nach Mlibizi (im Westen) und zurück bringt ist ein spannendes Abenteuer.

Sambesi in Mosambik - Afrikascout

Sonnenaufgang am Sambesi - Afrikascout

Unterhalb der Staumauer zwängt sich das Wasser wiederum durch eine Schlucht, bevor der Sambesi Fluss nahe der Grenzstadt Chirundu wieder breiter wird und weiter abwärts am Mana Pools Nationalpark in Simbabwe und dem Lower Zambezi Nationalpark in Sambia vorbei nach Mosambik weiter fließt. Von knapp unterhalb der Staumauer des Karibasees bis hinein in den Mana Pools Nationalpark kann man mit ausgezeichnet ausgebildeten und besonders lizensierten Guides mehrtägige Kanu-Wanderfahrten unternehmen. Dabei wird sehr einfach an den Ufern des Sambesi gezeltet. Es ist ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis mitten unter der Tierwelt des Mana Pools Nationalpark die Natur vom Wasser aus zu genießen!

Nicht weit hinter der Grenze nach Mosambik erreicht der Sambesi Fluss den Cahora Bassa Stausee, der wiederum, wie der Karibasaa, der Gewinnung von Elektrizität dient. Bis zu seinem Delta, wo er in den Indischen Ozean fließt, sind es unterhalb der Cahora Bassa Staumauer noch etwa 640 km. Der Sambesi ist der größte afrikanische Fluss, der im Indischen Ozean mündet.

Viele Grüße

Ihr Afrikascout
Annette Hoffmann