Eine Tansania-Reise und die ungeahnte Suche nach den eigenen Wurzeln in der Olduvai Schlucht

Wer sie sucht, der findet sie: Die Olduvai Schlucht im nördlichen Tansania. Als Teil des Ostafrikanischen Garbenbruchs wurde sie Hunderttausende von Jahren durch Erosion aus dem Gestein geformt und zeigt sich heute in tiefen Tälern und urigen treppenförmigen Felsformationen. Sie liegt in der Nähe der östlichen Serengeti und sorgt auf einer Länge von ca. 50 km für deren Entwässerung. Durch die beachtliche Tiefe der Olduvai Schlucht, an manchen Stellen misst man bis zu 100 Meter, sorgt sie ebenso für den Wasserabfluss der Schlucht-Hänge und ermöglicht deren Erhalt mit ihren horizontal einsehbaren Gesteinsschichten.

Sehenswertes im schönen Tansania:

Sie waren schon einmal in Tansania und haben dieses Naturwunder nicht wahrgenommen? Oder Sie planen eine Urlaubsreise in die Serengeti und träumen von abenteuerlichen Wildtierbeobachtungen während der großen Migration der Gnus und interessieren sich eher nicht für kleine Schluchten, die weder in ihrer Größe, noch in ihrer Erscheinung mit faszinierenderen Canyons wie beispielsweise dem Grand Canyon im amerikanischen Bundesstaat Arizona vergleichbar wären (der Vergleich trügt nicht: Der Grand Canyon zählt nicht ohne Grund mit einer enormen Länge von über 450 km und Höhen von bis zu unglaublichen 1800m zu den Naturwundern unserer Erde)? Warum sollten Sie also schon einmal von der Olduvai Schlucht gehört haben? Gibt es nicht spannendere Themen, die man über das traumhafte Land Tansania in einem Blog präsentieren kann?

Warum servieren wir Ihnen nicht etwa einen informativen Report über ein zum Grand Canyon konkurrenzfähiges Naturwunder Afrikas, wie zum Beispiel einen Bericht über den Tafelberg in Südafrika?

Die erste Antwort ist so spontan wie einfach:

Weil es zu diesen Themen schon unzählige Texte, Berichte und Abrisse gibt, die man auf unzähligen Seiten im Netz findet und neu aufgerollt nur noch nachplappernd präsentieren könnte. Kennt man die Geologie des Table Mountain, weiß man wer ihn zuerst bestiegen hat, welchen Ursprung er hat usw., dann weiß man natürlich noch nichts: Man muss ihn sich ansehen, muss die gewaltige Größe erblicken, die imposante Erscheinung am Horizont bei Sonnenuntergang erleben. Man muss mit der Seilbahn auf dessen Spitze gefahren sein und den herrlichen Ausblick über Kapstadt genossen oder ihn gar zu Fuß bezwungen haben. Alles Informationswissen genügt nicht, um dem Naturwunder die ihm gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und für ihn als empfehlenswertes Reiseziel zu werben: Das kann er selbst am besten! Tolle Wandertipps von den Scouts gibt es hier:  Südafrika Reise-Tipp für Kapstadt: Tafelberg-Besteigung – Die besten Wanderrouten und Wanderwege auf den Tafelberg

Mit diesem Bericht wollen wir Ihr Interesse auf für uns spannende Themen lenken, die Sie gut unterhalten und zu weiterführenden Gedanken anregen können. Vielleicht entwickelt sich auch eine neue Motivation, um Ihr Traumreiseland Tansania aus einer anderen Perspektive heraus zu erleben und neue Reiseplanungen anzustreben. So ist die zweite Antwort auf angeführte Fragen etwas weitläufiger: Wir wollen Ihr Interesse an dem „Verborgenen“ wecken und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Wir wollen Ihr Interesse an Ihren eigenen Ursprüngen erwecken, entwicklungsgeschichtliche, kulturelle, ethische Fragen aufführen und spannende Informationen dazu liefern, möglichen Lösungen auf die Spur zu kommen.

Im Hintergrund die Olduvai Schlucht in Tansania

Im Hintergrund die Olduvai Schlucht in Tansania

Was kann das Beschäftigen mit der Olduvai Schlucht dazu beitragen?

Schon vor dem 19. Jahrhundert und zur Blütezeit in den 1850iger/1860iger Jahren versuchte man der Evolution des Menschen auf die Spur zu kommen: Skurrile Knochenfunde und die Suche nach möglichen Alternativen zur Schöpfungsgeschichte brachten bahnbrechende Theorien und den ersten Versuch eines Begründungszusammenhangs. Charles Darwin ( Darwin, C.: „On the Origin of Species by Means of natural Selection“, 1859) präsentierte Mitte des 19. Jahrhunderts seine Entwicklungstheorie/Evolutionstheorie des Menschen, die es zunächst als Konkurrenz neben dem Schöpfungsglauben vieler Menschen in ihrem Gültigkeitsanspruch schwer hatte. Es galt die Devise: Jedes Lebewesen auf der Welt ist göttlichen Ursprungs und wurde plötzlich und spontan durch Gottes Willen erschaffen – keine Entwicklung des Kleinen aus dem noch Kleineren, des Großen aus dem Kleinen – der Mensch: Erschaffen als Gottes Ebenbild. Unsere heutige Welt ist ohne die wissenschaftlichen Theorien des Darwinismus und späteren Theorien nicht mehr vorstellbar, wird heute als mögliche Synthese auch aus Glaube und Wissenschaft erschlossen. Viele Grabungsfunde belegen Zwischenstrukturen der heute bekannten Lebensformen, Arten und Spezies. Lebende Fossilien oder Brückentiere bezeugen die wissenschaftlichen Hypothesen einer Entwicklungsgeschichte: Vom Einzeller über Schwämme und Weichtiere zu Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln zu den Säugern. In Tansania trifft man an der Olduvai Schlucht auf außergewöhnliche Zeugen der weiteren Entwicklung hin zum aufrecht gehenden Menschen: Auf drei Zehen schritt es durch die Urgeschichte, das Urpferd, das Wilhelm Kattwinkel (Kattwinkel, W.: *1866; † 1935, deutscher Paläontologe) Anfang des 20. Jahrhunderts dort an der Oberfläche einer der herausgelösten Gesteinsschichten der Schlucht entdeckte. Weitere Funde prähistorischer Tiere folgten. Ein besonderer Fund und Wegbereiter für die intensive Suche nach menschenähnlichen und menschlichen Vorfahren war der Schädelfund eines circa 20.000 Jahre alten Homo sapiens, den man als ersten Fund mit der Bezeichnung OH 1 versah (Olduvai hominid 1). OH 2 entdeckte man erst im Jahre 1935. Die wissenschaftliche Sensation erlebte die Welt 1959, als das englische Forscherpaar Leakey in den tieferen Schichten der Schlucht den Schädel des Paranthropus boisei/OH 5 (altgriechisch für „Nebenmensch des Boise“ – Charles Boise finanzierte die Ausgrabungen des Wissenschaftlerpaares) ausgrub. OH 5s Entdeckung – er lebte vor circa 2 Millionen Jahre im Gebiet der Olduvai Schlucht, die zur damaligen Zeit noch nicht die heutigen Tiefen-Ausmaße hatte – erweiterte das Interesse an bedeutenderen Funden für die Wissenschaft. Es folgten weitere Grabungen mit Erfolg: 1960 entdeckte man die Schädel eines Homo habilis (Urmenschen) und weiterer Menschenähnlicher, die als „Missing Link“ (= fehlende entwicklungsgeschichtliche Funde) der Evolution des heutigen Menschen dienten. In der Olduvai Schlucht war es also, wo man die afrikanische Linien der Menschheitsentwicklung in den Übergangsformen der Menschenaffen zum den Hominini entdeckte. Im prähistorischen Museum in der Nähe der Schlucht können Sie dieser Archäologie-Geschichte näher auf den Grund gehen. Wandern Sie entlang uriger Gesteinsschichten und halten Sie die Augen geöffnet: Nicht selten zeigt sich das ein oder andere fossile Stück an der Oberfläche und wartet darauf, von Ihnen entdeckt zu werden. Die Floskel: „Ich will im Urlaub zu mir selbst finden!“ bekommt hier eine neue Bedeutung.

Expedition in die Olduvai Schlucht

Expedition in die Olduvai Schlucht

Funde aus der Olduvai Schlucht in Tansania

Funde aus der Olduvai Schlucht in Tansania

Tansania – Ein Land, das die Welt verbindet

Wagen Sie den Blick in die Vergangenheit, lassen Sie sich von diesem Ort zu Gedanken inspirieren, die das Verständnis und die Empathie zum Leben auf diesem Planeten deutlicher strukturiert und Ehrfurcht bzw. Achtung allen Lebens als Ergebnis einer gemeinsamen Geschichte lehren. Verpassen Sie nicht, einen Abstecher zur „Wiege der Menschheit“, wie die Schlucht seit den Sensationsfunden auch genannt wird, auf Ihrer Tansania Reise einzulegen. Halten Sie inne und geben Sie sich und allen anderen Lebewesen dieser Welt eine neue Chance – egal, ob religiös inspiriert oder aus rein wissenschaftlichen Begründungszusammenhängen. Erinnern Sie sich an die bezeugte Verwandtschaft, an Chancen und Hoffnungen, an Verantwortung und Empathie!

Bildliche Erinnerungen zu Funden aus der Olduvai Schlucht

Bildliche Erinnerungen zu Funden aus der Olduvai Schlucht

Ein Zitat zum Abschluss:
„Unter allen Tieren kommt der Mensch dem Affen am nächsten!“
(Georg Christoph Lichtenberg)

Ein letzter Gedanke:
„…Nicht nur in Tansania, nicht nur in Afrika, sondern überall und: Zu jeder Zeit!“
(Michi)

Herzliche Grüße, Eure Michi

Wir unterstützen Tier- und Naturschutzprojekte in Afrika:
Berggorilla- und Regenwalddirekthilfe
Schutz der Nashörner in Südafrika und Namibia (The Rhino Ride)
Tourism supporting Conservation (Tosco) in Namibia

Schließen Sie sich an, helfen auch Sie und achten Sie Ihr Nächstes (Lebewesen), wie Sie Ihr eigenes Leben geachtet sehen wollen!!

Auf nach Tansania in die Olduvai Schlucht

For one world, one evolution and common responsibility but also: For the one and only united chance!