Flugreisen mit einem Cochlea-Implantat

Mit Cochlea Implantat und Afrikascout im Flugzeug in den Urlaub

Sie tragen ein CI oder Cochlea-Implantat und treten eine Flugreise an? Dann sollten Sie auf die folgende Dinge achten. Planen Sie sorglos. Einem wundervollen Urlaub steht nichts im Wege – das sei schon jetzt gesagt.

Das Passieren der Sicherheitskontrolle am Flughafen mit einem Cochlea-Implantat

Sie haben beim Packen natürlich an alles gedacht: Ersatzbatterien, Ersatz-Soundprozessor, Ihr MAP in Kopie und Patientenausweis. Bevor es überhaupt in den Flieger geht, ist die erste „Hürde“ zu nehmen: Die Sicherheitskontrolle. Gleichzeitig tut sich die erste Frage auf: “ Wie reagiert mein Cochlea-Implantat/der Soundprozessor auf das Sicherheitssystem am Flughafen?

Antwort: Das CI wird bei der Kontrolle nicht beschädigt. Informieren Sie jedoch das Sicherheitspersonal vor dem Passieren der Schranke über ihr Anliegen und die Notwendigkeit des Tragens Ihres Cochlea-Implantats. Behalten Sie das Implantat am Kopf. Sollten Sie an Ihrem Soundprozessor die T-Spulen-Automatik eingeschaltet haben, kann es während der Sicherheitsüberprüfung zu einem harmlosen Brummen kommen. Nehmen Sie dies lediglich zur Kenntnis. Der Ton ist schwach und auf eine harmlose elektromagnetische Interferenz zurückzuführen. In seltenen Fällen ist es vorgekommen, dass sich bei der Personenkontrolle durch die Schranke der CI Prozessor kurzzeitig ausgeschaltet hat. Schaden hat er dadurch nicht genommen. Es ist jedoch ein erneutes Programmieren notwendig, welches bei Antritt der Reise nun wirklich keiner gebrauchen kann. Um dem Vorzubeugen, empfiehlt es sich, schon vor der Schranke auf die Notwendigkeit des Tragens des Implantates hinzuweisen. In den meisten Fällen entfällt dann die Kontrolle über die Schranke und findet anstelle durch Abtasten statt (ähnlich dem Vorgang bei Herzschrittmacher-Trägern oder Schwangeren). Verwenden Sie bei Erklärungen, die diesen Vorgang begünstigen sollen, eher den Begriff „Implantat“ als die Begriffe „CI“ oder „Cochlea-Implantat“ (geringere Kommunikationshürde für das Sicherheitspersonal). Halten Sie gleichzeitig ihren personalisierten CI-Ausweis griffbereit.

Wo sollte ich den Ersatz-Prozessor für mein Cochlea-Implantat unterbringen? Kann er bei der Kontrolle Schaden nehmen?

Antwort: Es ist ratsam, den ausgeschalteten Prozessor im dafür vorgesehenen Transportbeutel im Handgepäck mitzuführen. Verpacken Sie ihn NICHT im Koffer (schwächere Röntgenstrahlung bei der Überprüfung des Handgepäcks im Vergleich zur starken Strahlung bei der Gepäckprüfung!)). Legen Sie den Ersatz-Prozessor während der Sicherheitskontrolle im Beutel auf das Band, damit er keinen Schaden durch den Aufbau statischer Elektrizität nehmen kann. Sollte es durch gewisse Umstände zur Überprüfung durch die Handkeule kommen: Keine Panik – auch dieser Vorgang schadet Ihrem Gerät nicht. Um längeren Diskussionen mit dem Sicherheitspersonal vorzubeugen, zeigen Sie vor der Kontrolle Ihren Patientenausweis. Ein von Ihrem Arzt unterschriebenes Dokument zur Klärung Ihres Anliegens (Siehe hierzu: Möglichkeit zum Download hier:: „Reisedokument) kann im Vorfeld ebenfalls hilfreich sein. Verweisen Sie auch an dieser Stelle ausdrücklich auf die medizinische Notwendigkeit des Tragens Ihres CIs und die Mitführung eines Ersatzgerätes.

Ankommen und Wohlfühlen: Mit Cochlea-Implantat an Bord

Sie tragen das Implantat und den Prozessor aus einem medizinisch notwendigen Grund. Es handelt sich um ein medizinisches Gerät. Aber kann das Tragen des Implantates zu einer Gefahr für andere Reisende und mich selbst werden? Muss der Prozessor an Bord ständig ausgeschaltet bleiben?

Antwort: Ihr CI und auch der Prozessor stören in keiner Weise das Navigations- und Kommunikationssystem an Bord. Die RS-Funksignale, die von Ihrem Gerät ausgehen, erreichen eine maximale Reichweite von 1,50 m und stören in keiner Weise die Sicherheit an Bord. Ratsam scheint in Ihrem Interesse zu sein, das Begleitspersonal vor dem Start über Ihr CI zu informieren. So können jene bessere auf Ihre Bedürfnisse eingehen und sinnvoll reagieren – beispielsweise bei der Bedienung des Mediaprogrammes oder bei notwendigen Sicherheitsmaßnahmen (wenn nötig: Ausschalten des Prozessors bei Start und Landung etc.).

Das Tragen eines CIs oder Cochlea-Implantats ist keine Seltenheit mehr. Gerade an Flughäfen mit hoher Frequentierung ist dies beinahe so selbstverständlich wie das Tragen eines Herzschrittmachers. Erwarten Sie Verständnis und Hilfe sowohl auf dem Boden als auch in der Luft.

Einem unbekümmerten Flug und unvergesslichen Erinnerungen eines magischen Urlaubes steht also nichts im Wege.

Es wünscht Ihnen eine wundervolle Reise
Ihr Afrikascout Michi