Hörnchen in Namibia – Nein: Wir sind keine Erdmännchen

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Hörnchen – Die witzigsten Nager der Welt?

In Deutschland kennt man die niedlichen Nager vor allem aus dem Heimtiermarkt, aus lustig neu synchronisierten Youtube-Videos oder aus dem Zoo: die Hörnchen. Allzu witzig und unterhaltsam scheint uns ihr tagaktives Verhalten, ihre Gestiken und ihre schnellen und skurillen Laute. Ständig sind zig der Teamplayer einer Hörnchen-Kolonie am Buddeln und Wühlen, während ein besonders aufmerksames Exemplar – anmutend wie einer der schlausten und wichtigsten Philosophen des gesamten Tierreiches – auf erhobenem Posten nach dem Rechten sieht. Oder nach dem Linken, nach dem Rechten, Linken … – und nicht etwa, weil er zu Besuch bei einem Grand-Slam-Turnier wäre.

Systematisierung der Hörnchen – Verwandte, Freunde und Feinde

Lange war die eindeutige Zuordnung der verschiedenen Arten der Hörnchen relativ unerforscht. Hier ein sinnvoller Versuch: Hörnchen sind Säugetiere und ordnen sich unter anderem wegen ihres Gebisses (der Zahnformel) in die Gruppe der Nagetiere ein. Neben den Murmeltieren, Zieseln und Präriehunden gibt es die Unterfamilie der Erdhörnchen, die hier genauer unter die Lupe genommen werden sollen. In Afrika kommen die Hörnchen als Borstenhörnchen – Afrikanische Borstenhörnchen oder Xerus – vor. Andere Arten dieser Gattung findet man dagegen auch in Nordamerika und Eurasien.

Wie bestimme ich ein Afrikanisches Hörnchen?

Als Vorbereitung auf Ihre bevorstehende Reise nach Namibia oder Südafrika kann es nicht schaden, sich schon einmal mit den biologischen Gesetzmäßigkeiten und der Tierbestimmung zu beschäftigen. Um Ihnen die gedankliche Reise etwas zu erleichtern, helfen Ihnen die Eindrücke unserer letzten Namibia-Tour im vergangen Mai (Bilder zur Reise und spannende Infos zum Reiseland Namibia unter: „Motorradtour durch Namibia – Mai 2019“).

Wir wagen ein Gedankenexperiment:

Ihre Reise führt Sie in den Etosha-Nationalpark in Namibia. Nachdem Sie auf Tour durch den Nationalpark waren und unzählige Zebras, Giraffen, Elefanten und den ein oder anderen Leoparden entdeckt haben, kehren Sie zurück zu Ihrer Unterkunft. Mit einem kühlen Getränk genießen Sie die Magie des afrikanischen Abends. Plötzlich weckt ein Quietschen und Rascheln Ihre Aufmerksamkeit. Dass es sich bei den neugierigen Besuchern um Hörnchen handelt, scheint klar und deutlich: Die kleinen Gesellen kommunizieren in einer hochentwickelten Sprache. Die vorderen Nagezähne sind deutlich zu erkennen. Sie erkennen unzählige Bodenlöcher um Sie herum und schätzen diese als Eingänge zu den Hörnchen-Bauten unter der Erde ein. Die kleinen Besucher tauchen in einer ganzen Kolonie auf und nicht etwa ein einzelnes Exemplar. Eines von ihnen bewahrt weniger neugierig als vielmehr wachsam den Rundumblick. Sie befinden sich in Afrika, am nordwestlichen Rand der Kalahari – also in einem Savannengebiet, bzw. Halbwüste. Der Verdacht erhärtet sich: Es könnte sich um ein Kaokoveld-Borstenhörnchen handeln.
Der Schwanz trägt lange Haare und ist ungefähr so lang wie das Hörnchen vom Kopf bis zur Schwanzwurzel (ca. 20 – 30 cm). Das braun-graue Fell ist borstig und mit weißen Flecken übersät. An den Körperseiten von der Schulter bis zur Hüfte sind weiße Streifen zu erkennen und der Bauch ist weiß. Über und unter den Augen trägt das Hörnchen schicke weiße Streifen.
Ja, es ist ein Kaokoveld-Borstenhörnchen mit den gelblichen Vorderzähnen.

Aber Achtung: Sollte das zu bestimmende Hörnchen wesentlich kleiner sein (auch der Schwanz im Verhältnis kleiner als die Kopf-Rumpf-Länge sein), seine Fellfarbe eher ein reines Braun aufweisen und seine Zähne im gepflegten Weiß daherkommen, hatten Sie wohl einen ungeahnten Gast auf Ihrer Tour von Südafrika in den Norden Namibias: Es kann sich dann nur um ein Kap-Borstenhörnchen handeln, das seine Verwandtschaft in Namibia besuchen wollte.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Bestimmen der wundervollen Fauna Afrikas – im Großen wie im Kleinen. Halten Sie die Augen geöffnet auf Ihrem nächsten Abenteuerurlaub mit uns:
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Es grüßt
Ihr Afrikascout Michi