Kenia: Auf den Spuren von Karen Blixen und „Out of Africa“

Kenia Safari Reise

„Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuße der Ngong-Berge…“  – die Frauenstimme klingt gedankenverloren, als sei sie im Geiste weit in der Zeit zurückgereist. Sie nimmt uns mit ins Kenia des 19. Jahrhunderts, denn mit diesen Worten beginnt einer der wohl schönsten Afrika-Filme überhaupt: Jenseits von Afrika. Folge mit uns den Spuren einer Abenteuererin im Heimatland der Safari-Abenteuer!

Am Fuße der Ngong-Berge

„Out of Africa“ erzählt Karens Blixens Geschichte, die 17 Jahre in Kenia als Kaffeefarmerin verbracht hat. Die dänische Schriftstellerin fand hier ihre Seelenheimat. Sie fühlte sich mit der Natur, den Wildtieren und den einheimischen Bewohnern des Landes verbunden und nahm ihre selbst empfundene Verantwortung sehr ernst. Eine Einstellung, die sie im  kolonialistisch geprägten Kenia des 19. Jahrhunderts zur Außenseiterin machte. Mehr als 1000 Menschen arbeiteten auf ihrem Anwesen, es gab medizinische Versorgung und Schulen, auch für Erwachsene.

Kenia Karen Blixen

Die Ehe ebnet den Weg nach Kenia

Karen Christentze Dinesen war 1885 geboren und an der Küste Dänemarks aufgewachsen. Schon früh zeigte sich ihr schriftstellerisches Talent, aber auch ihr Drang nach Abenteuern. Sie heiratete ihren schwedischen Vetter Baron Bror von Blixen-Finecke, der sie nicht nur zur Baronin machte, sondern auch ihre Abenteuerlust teilte. Mit ihm konnte sie der Enge des dänischen Elternhauses entfliehen. Allerdings steckte er sie auch mit Syphilis an, womit sie ihr ganzes Leben zu kämpfen hatte.

Safaris, Großwildjagd und Kaffeefarm

Anfang 1914 kauften die beiden die 800 Hektar große Mbagathi-Farm am Fuße der Ngong-Berge  bei Nairobi, im damaligen Britisch-Ostafrika. Entworfen hatte das Farmhaus Denys Finch Hatton, den Karen erst später kennenlernen sollte. Karen und Bror bauten ihre Kaffeeplantage auf, obwohl die Farm dafür eigentlich zu hoch lag. Doch Karen versuchte das Unmögliche.  Bror hatte wenig Lust auf so viel Verantwortung, war lieber auf Safari und Großwildjagd und überließ die Führung der Plantage Karen. 1916 kauften die beiden eine zweite Farm und zogen dort ein, in das Haus „Mbogani“, das heutige Museum. Karen  jedoch fehlte die Erfahrung als Farmerin. Nicht nur war der Boden für Kaffe zu sauer, zusätzlich hatte sie mit Dürre, Überschwemmungen, Heuschreckenplagen, Epidemien und einem Großbrand zu kämpfen. Nach 17 Jahren, 1931, gab sie schließlich auf, bankrott und entmutigt.

Kenia Safari Nairobi Nationalpark

Ostafrikanische Liebe: Denys Finch Hatton

Nicht nur die Farm hatte sie aufgeben müssen: 1918 lernte sie Denys Finch Hatton kennen, ihre große Liebe. Gemeinsam durchstreiften sie das kenianische Hochland, jagten Löwen und flogen über die Weite der ostafrikanischen Savannen. Es war seine Sehnsucht nach Geschichten, die ihr eigentliches Talent erblühen ließ: Nächtelang saßen die beiden vor dem Kamin und Karen erfand Geschichten, die sie später sehr erfolgreich veröffentlichte.1931 verunglückte Denys mit seiner Flugzeug tödlich. Er wurde in den Ngong Hills beerdigt. Karen kehrte 1931 alleine, geschieden und von der Syphilis gezeichnet, zu ihren Eltern nach Dänemark zurück. Die Farm wurde verkauft, doch Karen konnte ein Bleiberecht für die Arbeiter und deren Familien durchsetzen.

Elefant Kenia Safari Nairobi Nationalpark

Weltruhm mit „Jenseits von Afrika“

Hier, in Dänemark, erwachte die große Schriftstellerin endgültig, die all die Jahre in ihr geschlummert hatte. 1934 veröffentlichte sie ihre „Sieben phantastischen Erzählungen“, 1937 folgte der spätere Welterfolg „Out of Africa“. Weitere Bücher folgten, wie etwa Wintergeschichten, Ehrengard und Schicksalsanekdote. Mit 77 Jahren starb Karen Blixen 1962 auf dem Familiensitz in Dänemark.
Nach ihrem Tod wurde einige ihrer Werke verfilmt, wie etwa „Die unsterbliche Geschichte“ (Orson Wells, 1965) und Babettes Fest (Gabriel Axel, 1987). Der größte Erfolg war „Out of Africa“ von Sidney Pollack 1986. Er löste einen wahren Reise- und Safari-Boom nach Kenia aus.

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Reisehighlights: Auf den Spuren von  Karen Bixen

Wer Spuren von Karen Blixen sucht, wird in Kenia schnell fündig: In Nairobi gibt es Karen-Blixen-Schulen, Karen-Blixen-Straßen, ein Karen-Blixen-Museum und sogar einen ganzen Stadtteil, der nach ihr benannt wurde: Karen. Das Gebiet ihrer zweiten Farm wurde nach dem Verkauf aufgeteilt und an weiße Siedler weiteverkauft. Heute befindet sich hier ein sehr gehobener Vorort von Nairobi, vor allem Minister und Regierungsangehörige leben hier.
In Mbagathi, dem ersten Farmhaus, das von Denys Finch Hatton entworfen worden war, betreibt Mama Ngina heute eine Milchfarm. Das Haus wurde für den Film „Jenseits von Afrika“ für zahlreiche Innenaufnahmen benutzt. Es ist jedoch nicht öffentlich zugänglich.

Im zweiten Farmhaus Mbogani, in dem Karen Blixen von 1917 bis 1931 lebte im heutigen Stadtteil Karen befindet sich seit 1986 das Museum:

Kenia Karen Blixen Museum Nairobi

Sogar das Grab von Denys Finch Hatton kann man in den Ngong-Bergen besuchen. Sein Bruder ließ eigens einen Obelisken errichten, mit einer erneuerten Bronzeplatte. Auf ihr steht ein Teil eines Lieblingsgedichts von Finch Hatton:
„He prayeth well, who loveth well / Both man and bird and beast“.  (Aus: „The Rime of the Ancient Mariner”, von Samuel Taylor Coleridge).

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In Kenia auf den Spuren des Films „Out of Africa“

Zahlreiche Orte dienten als Drehort für den Film

  1. … zum Beispiel die Masai Mara und das Shaba Schutzgebiet im Landeszentrum.
  2. Auch das „Kichwa Tembo Tented Camp“ am Rande des Masai-Mara-Nationalparks gehört zu den wichtigen Filmorten. Die Schauspieler übernachteten hier während der Dreharbeiten. Ganz in der Nähe wurden einige Szenen gedreht.
  3. Die Beerdigung von Denys Finch Hatton wurde am Fuße der Ololo-Berge gedreht, da die Ngong-Berge inzwischen zu dicht bebaut waren. Hier, an der nördlichen Grenze des Nationalparks Masai Mara und oberhalb des Bateleur Camps, wurde auch die Aufnahme für das Filmplakat gemacht, auf dem sich Robert Redford und Meryl Streep im Savannengras gegenübersitzen.
  4. Im Tsavo West Nationalpark befindet sich das exklusive Camp „Finch Hatton“ dort, wo das ehemalige Camp von Denys Finch Hatton lag. Der Tsavo West Nationalpark war sein Lieblingsjagdrevier, hier fand er bei dem Flugzeugabsturz auch den Tod.
  5. Auch im Samburu Nationalreservat wurden viele Filmszenen gedreht, denn hier ist das Bild geprägt von weiten Grasflächen, Buschland und Galeriewäldern.
  6. In der Solio Ranch auf dem Laikipia-Plateau kann man heute sehr gut Nashörner und anderes Großwild beobachten. Früher war Solio die Rinderfarm von Berkeley Cole, einem engen Freund von Blixen und Finch Hatton.
  7. Zu den schönsten Filmszenen gehören die am Lake Nakuru und in den Aberdare-Berge: Blixen und Finch Hatton heben in der gelben Propellermaschine von der kenianischen Savanne ab, durch einen Schwarm Flamingos und fliegen über den schimmernden Lake Nakuru, auf den Wasserfall in den Aberdare-Bergen zu und verschwinden dann in den Wolken des Mt. Kenya.
  8. Weiter wurde in Tansania im Ngorongoro-Krater und im Lake Manyara Nationalpark gedreht.

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Du willst Kenia auf den Spuren von Karen Blixen erleben? Die wunderschönen Drehorte besuchen? Wir zeigen dir die Magie „Jenseits von Afrika“ und stellen dir deine Traumreise zusammen.
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