Motorradtour durch Namibia mit dem „Wüstentümmler“ der Wunderlich GmbH – Tag 2

Weiter geht es auf unserer Reise mit neuen BMW GS Motorrädern und unserem Mietwagen der Firma „Africa on Wheels“ aus Windhoek (ein sehr schöner Toyota Hilux double Cab in der Automatik Version) nach einem sehr leckeren und mit unserer „Wüstentümmler“ Truppe auch sehr lustigen Frühstück – heute quer durch Namibia zum weltberühmten Fish River Canyon. Dem zweitgrößten Canyon der Welt.

Bevor wir von der Auob Lodge starten, fliegt schon fast der erste von uns erst einmal völlig unbeabsichtigt fast noch vor dem Frühstück in den Pool. Bei einem freundlichen „Schulterklopfer“ verliert Reiner nämlich die Balance und ganz ehrlich: Ich dachte: „Jetzt liegt er drin!“ War aber nicht. Blöd für die Schadenfreude – gut fürs in der Tasche befindliche iphone!

Gavin holt vor der Abfahrt noch einmal alle beinander und bespricht die wichtigsten Dinge. Reiner und Zimpi bekommen eine konkrete Wegbeschreibung, denn sie fahren vor, da wir anderen öfter für Foto- und Filmstopps anhalten wollen. Nachdem alles im Hilux verladen ist, jeder noch einmal seine verstaubte Brille geputzt hat (Zimpi entdeckt hier die Vorteile eines Microfaser Tuches, dass ich immer für meine Kamera in der Tasche habe) und GoPros an Helmen und Motorrädern angebracht sind, düsen wir los.

Moment mal. Habe ich WIR gesagt? Ok. Das war nicht ganz korrekt, denn „düsen“ – das tun nur die Männer auf dem Motorrad. Wir Afrikascout Damen tuckern weiterhin mit nur 80 km/h höchstens über die Piste. Erstens: Der Sicherheit wegen. Zweitens: Weil wir ja das eingebaute Tracking System der Firma Namtrack an Bord haben und wir uns natürlich benehmen und nicht unangenehm auffallen wollen.

Cordi ist heute morgen dran mit Fahren, während Kathi auf dem Beifahrersitz mit der Musikanlage kämpft. Ich liege hinten quer! „Das ist der Vorteil wenn man klein ist“ denke ich, denn hinter Cordi könnte ich mit längeren Beinen eh nicht sitzen, da sie durch den Vordersitz – der weiter nach hinten überhaupt nicht zu schieben möglich ist – mit Sicherheit abgeklemmt würden. Wir singen und spielen Luftgitarre und sind völlig außer Rand und Band aufgrund der Schönheit der Kalahari Dünen rechts und links und dem Gefühl völlig allein auf der Welt zu sein.

Gavin – als verantwortlicher Tourguide – schaut ab und zu bei uns nach dem Rechten, wenn wir wieder zu weit nach hinten zurück gefallen sind. Ich habe Musik auf den Ohren und genieße mein „lazy Dasein“, als Cordi plötzlich links an die Seite fährt. Da stehen die „Jungs“ am Straßenrand und Sascha von „Sashmedia“ – unser super Fotograf mit dem trockensten Humor ever und einer bereits gestern erwähnten großen Schwäche für Cremetörtchen – fotografiert Reiner und Zimpi, wie sie an ihm „vorbei stauben“. Neben ihm liegt Sven im Graveldreck mit seiner GoPro, um das Ganze im Film festzuhalten. Ich also auch schnell raus mit meiner Kamera, um mich ebenfalls in Position zu bringen.

Bin stolz auf meine Idee, als ich eine tolle Szenerie vorbereite, mit der roten 850 GS im Vordergrund, die dann im „Vorbeiziehen“ im Vordergrund dieser Filmszene zu sehen sein soll… Blöd nur, dass ich nicht mitbekommen hatte, dass Reiner und Zimpi nur ein einziges Mal an uns vorbei fuhren und somit meine super Idee erst garnicht zum Einsatz kam… Tja. Hätte ich wissen können – wußte ich aber nicht. So war ich etwas enttäuscht als ich die beiden in der Ferne in einer Kurve „wegstauben“ sah. Mit bedröppeltem Gesicht immer noch da stehend, finden die anderen die Situation sehr lustig und grinsen und lachen mich aus. Schnute ziehend merke ich an, dass ich mit der Allgemeinsituation nicht zufrieden sei, woraufhin Gavin meinte, ich solle mal locker werden. Hm… habe ich mir zu Herzen genommen. Klappte im weiteren Verlauf dann doch nicht immer zugegebener Maßen.

Egal. Die Männer waren wieder auf und davon und im Auto lasse ich „Jimmy Cornett and The Deadmen“ über mein mit Radio gekoppeltes Handy laufen. Mitsummend und teilweise (soweit Textsicher) singen wir mit und genießen weiterhin die Landschaft mit dazu passender Musik: „Road to Heaven“ macht am meisten Spaß und die Luftgitarre läuft heiß! Bei „Raise the dust“ wir es dann noch passender, aber auch ruhiger. Kennt ihr Jimmy und seine tolle Band? Falls nicht: Geheimtipp! Schaut mal rein: Jimmy Cornett and The Deadmen

Auf der Gravelroad durch die Kalahari fühlt man sich wie in einer Achterbahn. Es geht immer rauf und runter. Rauf und runter… mit rotem Kalahari Sand rechts und links, sowie weißem Gravel in der Mitte. Wunderschöne Landschaft! Muss man selbst sehen. Beschreiben klappt nicht und würde nicht dem gerecht, was wir fühlen, während wir hier Achterbahnmäßig durch die Wüste fahren. Plötzlich, auf einer Kuppe… sehen wir die BMW Motorräder stehen. Sascha wieder voll in Action. Ich beschreibe die Temperatur bei um die 30 Grad als gerade mal angenehm. Sascha in seinen Motorradklamotten schwitzt enorm bei dem Versuch, das tolle Licht in Kombi mit den Motorrädern im Bild einzufangen.

Seine Idee: „Fahrt mal da hinten runter und kommt dann zurück gefahren. Das sieht super aus! Ich fotografiere euch!“ … war wohl nicht für alle verständlich beschrieben. Bzw… wenn ich mal so drüber nachdenke… für niemanden! Denn die Bikes verschwanden hinter zwei Hügeln und keiner konnte den anderen mehr sehen. Sascha guckt mich an – ich guck ihn an… Momente des Schweigens… verbunden mit der Frage am Ende: „Wann kommen die denn endlich?“ während ihm Schweißtropfen übers Gesicht laufen. Ich so: „Was habt ihr denn vereinbart?“ Aber die Frage war überflüssig, denn weit und breit war niemand zu sehen und Sascha verliert in genau dem Moment gefühlt die Hälfte seines Körpergewichts an Wasser! Trägt es aber mit professioneller Fassung und ist aufgeregt, als dann doch die ersten Staubwolken in der Ferne erkennbar sind. Hat sich gelohnt! Die Aufnahmen sind echt „heiß“ geworden Sascha!

Nach dieser Fotosession sollten wir Frauen von Afrikascout im Toyota Hilux double Cab nun ca. 2,5 Stunden durch die Kalahari fahren und über Namibia, Afrika im Allgemeinen, Marketingstrategien für glückliche Kunden uvm. mehr sprechen, bevor ich irgendwann feststelle: „Sagt mal… seht ihr eigentlich Motorradspuren vor uns auf der Straße?“ Antwort von rechts und links (Kathi und Cordi hatten mittlerweile getauscht und Kathi hatte das Steuer fest im Griff: „Nö!“

Sofort sitze ich Kerzengerade. „Wo sind die denn? Haben wir eine Abbiegung verpasst? Sind wir an einer Tanke vorbei gefahren und haben sie nicht gesehen? Haben wir etwas nicht verstanden bei unserer weiteren Verabredung?“ Wir sind uns einig: Nein. Wir haben alles richtig verstanden. Nächster Treffpunkt „Keetmanshoop“. Aber dennoch… Keine Spuren erkennen zu können hat schon ein echt doofes Gefühl ausgelöst. Auch kein Gavin mehr da, der schaute, ob alles bei uns ok war. Ich war beunruhigt. „Vielleicht sind wir doch falsch“ fragte ich mich und wir überlegten, ob wir drehen sollten und zurück zum letzten Ort mit Mini Tankstelle fahren sollten.
Ne. Lieber nicht. Wir waren uns einig. Weiter nach Keetmanshoop. Zurück wäre auch doof.

Die Stimmungslage war danach „schief“. Wir waren verunsichert und das trübte schon die Laune nicht unerheblich. Luftgitarre spielen wurde eingestellt!

Und siehe da… Nachdem wir noch ein paar „Quiver Trees“ – Köcherbäume – fotografiert hatten und schließlich Keetmanshoop vor uns liegen sahen, standen sie da. Alle beinander im Schatten eines Baumes, als wäre nicht gewesen. Kennt ihr eigentlich das Buch „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“? Irgendwie kam mir das in den Sinn bei diesem Anblick. Wir machten unserem Frust kurz Luft darüber, dass wir uns doch schon Sorgen gemacht hätten, worauf Gavin mich anschaute und erneut meinte: „Keep cool lady! Relax!“

Daraufhin versuchte ich mir eine innere Notiz zu merken, dass ich nun wirklich mal nach dem Hashtag #aufmichhörtjakeiner schauen müsse. „Männer auf Motorrädern und Frauen im Begleitfahrzeug“ kann durchaus aufgrund der Unterschiedlichkeit des Geschlechtes kurz mal zwischendrin Verwirrung auslösen. Aber: Ganz ehrlich Leute! Das macht auch richtig Spass und wenn man ehrlich zu sich selbst ist und sich nicht selbst belügt, dann lernen beide Parteien draus und versetzen sich ins Gegenüber hinein. (Nach dem Hashtag schaue ich dennoch!)

Bei Wimpys in Keetmanshoop essen wir Burger mit Pommes. Hier gibt es ein Bild von mir, mit einer „Burger Sonderkreation“ und ich bin froh, dass Cordi es mir nicht geschickt hat, denn ich würde es sogar hier einbauen, weil es sehr viel über das Thema „ich verstehe garnicht, warum meine Diät nicht funktioniert“ aussagt. Denn bei Betrachtung dieses Bildes waren alle offenen Fragen meinerseits geklärt im Nachhinein!

Noch schnell alle Fahrzeuge tanken und dann aber nichts wie los zum Canyon Road House bzw. Fish River Canyon, denn die Uhr zeigte eine Zeit, die eher unschön war. Wir hatten zu viel getrödelt und waren nun im Begriff, den wunderschönen Sonnenuntergang am Canyon zu verpassen.

Der Fish River Canyon präsentiert sich im schönsten Licht des letzten Sonnenlichtes und als wir Afrikascouts dann auch endlich mal am Abgrund stehen, machen sich die Männer auf Ihren Motorrädern schon wieder auf Richtung Canyon Road House.

Es ist einfach fantastisch. Die Stimmung könnte schöner nicht sein. Oder einen Augenblick… Doch! Im Nachhinein haben wir festgestellt, dass wir doch gerne mit einem Windhoek Lager den Sonnenuntergang genossen hätten. Aber es war auch ohne ganz fantastisch.

Es dämmert schon stark auf unserem Rückweg und als wir am Canyon Road House ankommen, werden wir schon vom neuen Manager begrüßt, der ganz aufgeregt mitteilt, dass er uns hätte kommen hören (das war auch nicht schwer zu überhören, denn es hatten sich Schrauben unseres „Bullenfängers“ gelöst und direkt vor dem Hotel fiel das Ding dann noch halb auseinander. Ich dachte erst, der ganze Aufpuff wäre runtergefallen, so schepperte das) Quasi: Ankunft von Afrikascout mit lautstarker Ankündigung. Wo gehobelt wird, da fallen auch schonmal Teile von nagelneuen Autos auf die Pad. Alles ist möglich! T.I.A (This is Africa)

War ja übrigens nicht anders zu erwarten… Die Herren unserer Motorrad-Reise Gruppe sitzen bereits schön draußen im Biergarten und genießen ihr kaltes Bier… 🙂 Jetzt aber nur noch schnell aufs Zimmer und umziehen, denn auch wir haben riesigen Durst. Im Zimmer finde ich eine Flasche mit Glas und einen riesigen Obstteller. „Oh man! Wasser!“ Ich mache die Flasche auf, setze an und nehme große Schlucke… Bis ich merke: Hey! Das ist ja Weißwein. Und zwar mit richtig vielen Umdrehungen. Krasse Erfahrung, wenn man mit Wasser rechnet kann ich euch sagen… Der Abend wird jedenfalls superlustig und für einige von uns auch länger mit anhaltenden Folgen im Laufe des kommenden Tages… wenn ihr wißt wie ich das meine… Aber so ist das: Life is a Safari.

Bis dahin und Totsiens

Euer Afrikascout Sabine

Die tollen Bilder (außer das von Cordi am Fish River Canyon. Das ist von mir 🙂 stammen von Sascha, der als Fotograf diese Motorrad-Tour von Afrikascout mit der Wunderlich GmbH in Sinzig begleitet hat. Hier geht es zu seiner Facebookseite: SASCHA BARTEL

P.S.: Ihr möchtet auch einmal eine Motorradtour durch Namibia oder Südafrika und viele weitere Länder in Afrika erleben? Dann meldet euch bei uns. Wir planen für euch als Paar, Freunde, Verein, Club… Individualreisen ins südliche oder östliche Afrika (ab 2020 auch auf neuen BMW GS Modellen in Marokko!) oder bucht euch einfach auf einer unserer Motorrad-Reisen für Kleingruppen ein > MOTORRAD GRUPPENREISEN