Namibia Selbstfahrer Reise – Ein Reisebericht unserer Kunden Alexandra und Martin Teil 1

Am 6. Juni morgens um halb 6 geht es los in Richtung Frankfurt, wo um 10:40 Uhr unser Direktflug mit Condor nach Windhoek abhebt…oder abheben sollte, da wir doch mit einiger Verspätung starten. Aber der Kapitän will das mit etwas mehr Speed wieder reinholen. Der ist uns doch gleich mal sympathisch.

Dann haben wir das Glück, dass wir bei besten Wetterbedingungen quasi an unserer Haustür vorbeifliegen und wunderschöne Blicke auf den Bodensee und auch den Schaffhausener Rheinfall erhalten. Da lohnt sich der Fensterplatz so sehr wie selten. Später kommt noch der Blick auf das Mittelmeer und die algerische Küste dazu. Und dann die Sahara, eine schier unendliche Weite und es wird Stunden dauern, bis wir wieder etwas anderes sehen als den endlosen sandfarbenen Boden. Erst über Nigeria ändert sich der Anblick wieder und es wird grüner. Gegen 23 Uhr kommen wir im Terra Africa Guesthouse an und sind dann doch ein wenig müde und platt von dem langen Tag, freuen uns aber schon auf den nächsten.

Windhoek und seine Sehenswürdigkeiten

Den nächsten Tag starten wir mit einem gemütlichen Frühstück und wir schauen uns unserer Unterkunft im Hellen an. Das Guesthouse ist wirklich sehr schön. Alex hat das beim Frühstück gefühlte 20 mal erwähnt. Die Einrichtung ist aber auch wirklich toll und es gibt viel afrikanische Kunst zu sehen.

Nach dem Frühstück fahren wir in die Stadt und schauen uns die Christuskirche, den Tintenpalast und das Reiterdenkmal in der alten Feste an. In der Kirche lauschen wir eine Weile einem deutschen Gottesdienst. Es ist wenig los, da Sonntag ist, und wir genießen es, in Ruhe herumzubummeln. Auf dem Weg zum Zoo Park werden wir von 2 Namibiern angesprochen, die in der DDR aufgewachsen sind. Nun planen sie gerade ein Ossi-Treffen. War lustig, wie sie das erzählt haben. Im Zoo Café haben wir dann etwas gechillt und haben uns anschließend noch ein paar Souvenir- Läden angesehen und sind dann zurück zum Guesthouse, um dort den Nachmittag entspannt am Pool zu verbringen. Im Pool weniger, da sprang Martin kältegeschockt ziemlich schnell wieder raus.

Abends gehen wir in Joe’s Beerhouse essen, einem für Touristen legendären Platz zum Einkehren. Es ist biergartenartig, zum Glück kann man sich auch rein setzen bzw. hinter Zeltplanen und mit Heizstrahlern der Kälte entgehen. Ansonsten ist es eine tolle Atmosphäre und es gibt tolles Essen und Getränke zu guten Preisen. Irgendwie schade, dass wir kein 2. Mal hingehen können, da wir am nächsten Morgen unser Auto bekommen und unsere Rundreise starten.

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Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Windhoek

Namibia Selbstfahrer Reise in Richtung Sossusvlei

08.06. – um 8:30 Uhr werden wir abgeholt und zu Namvic Tours & Safaris gebracht, wo wir unser Auto bekommen. Leider wurde uns eine falsche Abholzeit gesagt, wir waren schon um 7:30 Uhr bereit und haben 1 Stunde unseres kostbaren Schlafs verloren. Bei Namvic Tours wurde uns alles ganz genau und sehr nett erklärt. Gegen 11 ging es dann los, erstmal wieder zurück nach Windhuk, wo wir dann das Auto mal eben mit 105 Litern volltanken, dann in den Supermarkt. Der Super-Spar hat ein bemerkenswertes Sortiment und so bekommt Alex sogar glutenfreies Knäckebrot und ein wirklich leckeres glutenfreies frisches Brot – wo gibt es das in Deutschland???

Leider ist es dann schon nach 13 Uhr, bis wir endlich los kommen und dann erstmal ein wenig in Windhuk im Stop and Go stehen. Aber bald ist das hinter uns und wir bekommen einen Eindruck von der endlosen Weite des Landes. In Rehobok versorgen wir uns an der Shell Tankstelle mit Kaffee und sind positiv überrascht über die saubere Toilette. Hinter Rehobok biegen wir ab auf die C24 und sehen nach kurzer Zeit die ersten Tiere – eine Gruppe Affen. Irgendwo auf der C24 hat uns dann das Navi mit der freundlichen Damenstimme von der Route abgebracht. Erst hatten wir uns nur gewundert, dass die Ankunftszeit so spät ist. Aber als wir dann durch eine von Wasser überspülte Senke fahren mussten, wo Martin sicherheitshalber vorher auf Allrad umgeschaltet hat (und das nachdem uns bei der Autoübergabe gesagt wurde, dass der Herr selbst in ganz Namibia noch die den Allradantrieb benutzt hat), haben wir gedacht, dass das nicht zu der Beschreibung der C-Kategorie-Straßen passt. Dazu kamen uns überhaupt keine Autos entgegen….okay, vorher waren es in 2 Stunden auch bloß 10 😉

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Fahrt in Richtung Sossusvlei

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Namib Naukluft

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Sonnenuntergang Namib Naukluft

Es wurde uns dann klar, dass wir nicht mehr vor Sonnenuntergang am Camp sein werden. Egal, Augen auf und die wunderschöne Landschaft und die sich von der untergehenden Sonne in Rottönen präsentierenden Berge genießen. Wir vermuten mal, dass wir irgendwo durch das Naukluft-Gebirge gefahren sind. Allerdings haben wir das selbst nach mehrmaligen Blicken auf die Karte letztendlich nicht rekonstruieren können. Im Dämmerlicht taucht dann in der Ebene neben der Straße eine Herde Zebras auf und dann ist für Alex sowieso die Welt in Ordnung – diese Tiere hatten schon in Botswana einen enorm beruhigenden Einfluss.

Wie erwartet ist es seit ca. 20 Minuten dunkel, als wir gegen 18:30 Uhr an unserem Campingplatz, der Sossus Oasis Campsite in Sesriem, ankommen. So fragen wir nur kurz, bis wann man eingelassen wird – 22:00 Uhr. Wir fahren dann gleich zur Sossusvlei Lodge, um dort zu Abend zu essen. Gute Wahl, wir bekommen für 245 Namibia $, umgerechnet ca. 17,50 €, ein grandioses Dinner-Buffet, wo man sich aus insgesamt 12 Fleischsorten, davon allein 8 verschieden Sorten Wild, etwas aussuchen konnte, was dann frisch gegrillt wurde. Fantastisch. Dazu natürlich noch tolle Vorspeisen und leckere Desserts.

Danach geht es zum Campingplatz und wir bauen unser Nachtlager auf. Selbst im Schein unserer Stirnlampen und der Finsternis um uns herum klappt das Aufbauen des Dachzeltes problemlos und nach ein paar Minuten steht unsere Schlafstätte. Im Schein der Lampen sehen wir noch einen Schakal um unseren Platz schleichen, der uns aber nicht weiter stört. Bevor wir aber in die Falle gehen, bewundern wir noch den wundervollen Sternenhimmel. Wirklich einmalig.

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Ankunf Sossusvlei

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Sesriem

Das Sossusvlei und der Sesriem Canyon im Namib Naukluft Park

Am nächsten Morgen geht der Wecker schon um 5:00 Uhr. Wir wollen zum Sonnenaufgang an den Dünen sein. Leider hat uns da jemand Quatsch erzählt und die Beschreibung unserer Reiseagentur hatten wir nicht aufmerksam genug gelesen. Auf jeden Fall kommt man erst zum Sonnenaufgang, 6:30 Uhr, in den Namib Naukluft Park, zu dem das Gebiet von Sossusvlei und dem Sesriem Canyon gehört. Nur wer innerhalb des Parks campt, kann schon 1 Stunde vor Sonnen- aufgang in Richtung Dünen fahren. Naja, immerhin gab es an der Tankstelle schon Kaffee, so war das Ganze nur halb so schlimm.

Leider haben wir einen von vermutlich 3 Tagen im Jahr erwischt, an denen der Himmel über diesem Gebiet von Wolken verhangen ist. Die Sonne zeigte sich nur ganz kurz und sollte dann für Stunden nicht mehr zu sehen sein. Das ist sehr schade, da die Dünen ja besonders im Licht der aufgehenden Sonne ihren Reiz offenbaren. Wir haben es trotzdem genossen.

Wir fahren bis zum Auto-Parkplatz und schalten dort den Allrad-Antrieb ein und weiter geht es 5km lang durch tiefen Dünensand bis zum Ende, wo dann Sossusvlei und Dead Vlei warten. Die Fahrt geht recht gut, es hatten uns ja vorher Leute gewarnt, dass man da leicht stecken bleibt. Vermutlich waren das Stadtmenschen. Martin wandert dann alleine in das Dead Vlei, da Alex das mit einem kaputten Fuß nicht bewältigen kann. Auf dem Weg dahin fängt es doch glatt an zu nieseln…. und das in der Namib. Das erinnert uns doch etwas an Tunesien, wo es, als wir 2005 da waren, das erste Mal seit 10 Jahren an der Stelle der Sahara geregnet hatte. Es muss wohl an uns liegen.

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Fahrt zu den Sossusvlei Dünen

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Dead Vlei

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Dünensand Sossusvlei

Das Dead Vlei ist schon ein magischer Ort. Es lässt sich schwer beschreiben, was genau das ausmacht – aber es ist einfach da und sehr schön. Nach einem kurzen Frühstück im Auto, praktischerweise haben wir ja unseren gesamten Hausstand dabei, gehen wir gemeinsam in das nähergelegene Sossusvlei, das auch sehr schön ist, wenn auch nicht so magisch wie das Dead Vlei. Es ist offener und nicht so von Dünen eingekesselt wie das Dead Vlei. Danach geht es zurück zum Parkeingang, wo es erstmal einen Kaffee gibt.

Dann steht der Sesriem Canyon auf dem Programm. Recht klein ist er, aber sehr reizvoll. Und man ist endlich mal vor dem eiskalten Wind geschützt. Hier sei noch erwähnt, dass es am Morgen nur 5°C waren.

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Umgebung Sesriem Canyon

Afrikascout Namibia Selbstfahrer Reise Sesriem Canyon

Danach wollten wir eigentlich ausnutzen, dass endlich die Sonne raus gekommen ist und grillen, Brai wie man hier sagt. Allerdings gefällt uns die Fleischauswahl in dem Shop nicht, so dass wir uns für eine Brotzeit und noch mal ein leckeres Dinner in der Lodge entscheiden. Den Nachmittag verbringen wir an unserem Campingplatz in der Sonne, teilweise aber dick eingepackt, um vor dem Wind geschützt zu sein.

Das Dinner in der Lodge findet drin statt, es weht ein furchtbarer Wind. Raus muss man, um sich etwas vom Grill zu holen und nach dem ersten Mal fragen wir uns, wie wir wohl die Nacht im Zelt überstehen sollen…bei der Kälte.

Wir stellen fest, dass die Nacht gar nicht so schlecht war und wir nicht wirklich gefroren haben, nicht mal Alex. Allerdings nutzen wir ja auch beide 2 Schlafsäcke und der eine von Alex wäre alleine schon gut für 0 Grad.

Lesen Sie morgen den zweiten Teil des spannenden Reiseberichts über eine Selbstfahrer Reise durch Namibia.

Herzliche Grüße
Ihr Team von Afrikascout