Südafrika: Neues und geschichtlich Interessantes zum iSimangaliso-Wetlandpark und zur traumhaften Landschaft des Lake St. Lucia Estuary, Teil 1

Im Dezember 2015 durfte ich in Südafrika an einer der beeindruckendsten Bootstouren meines Lebens auf dem Lake St. Lucia, Provinz KwaZulu-Natal, teilnehmen und bei tropischen Temperaturen und strahlend blauem Himmel die Sommertage Südafrikas in vollen Zügen genießen. Die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt dieser einzigartigen Gegend beeindruckte mich sehr. Dieses Erlebnis ist auch heute noch einer der Höhepunkte meiner ersten Südafrikareise. Flamingos, seltene Reiher, Nilkrokodile und viele Flusspferd-Familien ließen sich binnen der zweistündigen Bootstour blicken und posierten zufrieden für viele tolle Fotografien, die seither an meiner Wand hängen und mich täglich an diesen schönen Sommermorgen erinnern. Soll ich einen Reisetipp für diese Region geben, ist der iSimangaliso-Wetlandpark immer an oberster Spitze meiner Empfehlungen.
Wie und warum kommen so viele seltene Wassertiere und Pflanzen in ein so karges Land wie Südafrika? – Entstehungsgeschichte des Wetlandparks

Nahe dem Indischen Ozean gelegen lockte das Gebiet um St. Lucia eine Vielzahl an wilden Wassertieren, Fischen und seltenen Vögel an.
Reiher
Auch der große Fluss der Gegend, der iMfolozi-Fluss sorgte für große Diversität. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Zuckerrohranbau sehr beliebt und man sorgte sich um genügend Anbauflächen. Durch die ständigen Überflutungen des iMfolozis, der auf seinem natürlichen Lauf in den See Teile des Umlandes häufig oder ständig so stark unter Wasser setzte, dass eine landwirtschaftliche Nutzung nicht möglich war, entschloss man sich dazu, den Flussverlauf umzulenken. Der iMfolozi machte nun seinen Weg ins Meer, die Farmer legten Drainagen und konnten das begehrte Zuckerrohr anbauen. Doch diese Veränderung hatte Auswirkung auf das Leben am und im Fluss und See: Das ausbleibende Wasser des iMfolozi in den Lake St. Lucia und der Mangel an Niederschlag in trockenen Perioden sorgte nicht nur dafür, dass sich der Wasserspiegel senkte, sondern veränderte auch das Klima im/um die Gewässer. Der Salzgehalt im Wasser stieg auf so hohe Werte, dass viele der in dieser Region beheimateten Lebewesen starben. Endemische und seltene Arten wurden ausgemerzt und auch der Fischfang hatte zu leiden, weil viel Fische zuvor die Gewässer zur Aufzucht ihres Nachwuchses nutzten. Auch der Tourismus ging zurück. Die Folgen waren nicht mehr hinzunehmen und standen im Laufe der Zeit auch nicht mehr im Verhältnis zu ihrem Nutzen. Man beschloss also: Der Fluss muss wieder umgelenkt werden und soll seinem natürlichen Lauf in den Lake St. Lucia folgen. 2012 wurde gehandelt: Ein Abflusskanal zwischen dem Fluss und dem See wurde errichtet und seit dieser Zeit speist der iMfolozi das St. Lucia-Mündungsgewässer wieder mit 60% frischem Wasser. Seit dieser Zeit haben sich über 800 Flusspferde und mehr als 1200 Nil-Krokodile im und um Lake St.Lucia angesiedelt. Beide stehen auf der Roten Liste bedrohter Arten der IUCN und der iSimangaliso-Wetlandpark verfügt über die größte Population dieser Tiere in gesamt Südafrika.
HippoNilkrokodil
Ein großartiges Naturwunder hat sich seinen verdienten Platz zurückerobert!

Im nächsten Blog geht es weiter mit interessanten Informationen zum iSimangaliso-Wetlandpark

Bis in Kürze
Afrikascout Michi