Reisebericht zu meiner Malawi und Sambia Reise Teil 2

Ich schlafe fast garnicht. Die Crew lässt die gesamte Nacht das Licht in der Kabine an und ständig wird hin und her geräumt. 6 ganze Stunden. Der Typ hinter mir leidet wohl an akutem Platzmangel, denn er stemmt sich alle paar Minuten gegen meine Rückenlehne und die Dame zu meiner Linken, gegenüber dem Gang , hört einfach nicht auf zu reden. Ihr Nachbar lässt sich zutexten… Und man sieht ihm richtig an, dass er am liebsten weglaufen würde. Ich setze meine Sonnenbrille auf und ziehe mir die Mütze über den Kopf.

Dann plötzlich kommt die Durchsage: „in 20 Minuten landen wir in Addis Abeba.“ In englischer Sprache natürlich. Ich bin verwirrt. Jetzt schon?! Während ich meinen Sitz gerade stelle, entdecke ich ein Stück eingeschweißten Marmorkuchen, den man mir auf meinen Tisch gelegt hatte. Ich stecke in in die Sitztasche und denke noch: „ich trinke mir gleich einen Kaffee in Addis und da kann ich den brauchen. Nun ja… Im Terminal angekommen, stelle ich natürlich fest, dass ich ihn vergessen habe und bin etwas enttäuscht. Kalorien gespart.

Flughafen Addis AbebaVor einigen Jahren war ich schon einmal hier in Addis Abeba. Damals auf dem Weg nach Tansania mit Alex. Ich weiß noch wie ungläubig wir hier damals durch den „Terminal“ gewandert sind… Es war auch so früh am Morgen und es gibt hier nichts! Oder besser: in den Augen eines Europäers gibt es hier nichts! Der Terminal ist sehr klein und sehr voll mit Menschen. Addis ist ein kleines Verteilerkreuz. Die einen fliegen weiter innerhalb Ostafrikas… Wiederum andere weiter nach Südafrika und sonstwohin… Große Tüten und Taschen werden geschleppt und es wird fleißig mit Flipflops über den Boden geschlurft. Ausserhalb der Airline Lounges ist es nicht besonders bequem, um 4 Std. auf seinen Anschlussflug zu warten! Aber ich habe einen schönen Platz bekommen und beobachte die ankommenden Reisenden, wie sie nacheinander in den Terminal hinein kommen.

Man kann jedem einzelnen ansehen, was er denkt beim Anblick der geschlossenen Läden und dem eher alles andere als einladenden Ambiente. Ich kann mir oft ein grinsen nicht verkneifen.

Ich entscheide mich zur Toilette zu gehen, bevor ich mich in eines der „Cafés“ begebe um einen starken Kaffee zu trinken, der mich wach machen soll. Ich folge dem Toilettenschild und traue am Ende meinen Augen nicht! Die Toilette besteht aus einem Mini Raum mit Schiebetür. Alles ist so eng, dass man sich quasi die Nase einquetscht, wenn man sie schließt, nachdem man rückwärts hinein gegangen ist. Okay. Schließen ist jetzt nicht der richtige Ausdruck…. Denn sie ist total alt und vergammelt und lässt sich nicht schließen. Der Boden steht unter Wasser und in der Toilette läuft das Wasser durch… Ich bin ja nicht groß und habe auch kein Übergewicht. Aber das ist sportliche Höchstleistung was es da zu vollbringen gilt, denn der Rucksack muss ja auch auf dem Rücken bleiben, da man ihn auf dem nassen und sehr dreckigen Boden nicht abstellen kann. Unweigerlich stellt sich mir die Frage, wie die Dame die vor mir hier war, überhaupt hereingepasst hat. Das lange blaue Kleid muss sich am Boden sofort mit dem Wasser aufgesogen haben und…. Okay!!!! … Ich höre hier auf, denn ich WILL mir das garnicht vorstellen!

Während ich mir die Hände in einem Bad für die Füße wasche, da das einzige Waschbecken besetzt ist, denkeFlughafen Addis Abeba 2 ich darüber nach, warum es tatsächlich so ist, dass man an einem internationalen Flughafen mit zig tausend und mehr Reisenden eine solche Toilette anbietet!? Das muss von größter Oberflächlichkeit und Desinteresse herrühren. An Geld kann es ja nicht liegen, denn so eine Toiletten Bruchbude hat nichts gekostet. Und ja: aufgrund dessen, dass ich seit 24 Jahren schon Kreuz und quer in der Weltgeschichte herumreise, habe ich schon viele schlimme Toiletten gesehen. Aber diese hier sind der Hammer! An einem internationalen Flughafen! Ich mache noch ein Bild (für mich privat als Erinnerung) und nehme mir vor doch keinen Kaffee zu trinken, denn sonst müsste ich den Balanceakt noch einmal durchführen, bevor ich weiter fliege. Nein danke! Toilettenpapier ist nämlich jetzt auch keines mehr da.

Zurück auf dem „Beobachterplatz“ schaue ich mich noch ein wenig um und nehme mir dann ein Buch zu Hand, in der Hoffnung, die Zeit geht schneller um.

Das Problem: ich bin zu müde und ich schlafe beim Lesen ein. Ein Wachmann mit gelber Warnweste weckt mich und fragt ob alles ok mit mir wäre. Das find ich nett. Ich grinse ihn an und sage: „alles bestens. Nur sehr müde.“ Er lacht und erwidert, dass dieses Problem die meisten hätten um diese Uhrzeit. Wünscht mir eine gute Reise und ist verschwunden.

Mein Magen knurrt jetzt und ich hab echt Hunger. Also geh ich doch mal los zum Café und frage ob sie einen Kaffee zum mitnehmen haben und schaue mich dabei schonmal nach etwas Essbarem um. Während ich mir die Brote und Kuchen anschaue, beschließe ich doch lieber im Flugzeug zu essen, denn alles sieht sehr vertrocknet aus. Da bekomme ich eine Gegenfrage: „Mit Milch?“ …. „Ja gerne“ 🙂 – „ok. Wir haben leider keine Milch!“ Ich muss ziemlich blöd aus der Wäsche geschaut haben, denn der nette Herr schleift mich mit zum nächsten Café und fragt dort nach Milch. „Milch ist leider aus. Schwarz?“ Uuuuuhaaaaa….. Ne. Das krieg ich jetzt noch nicht hin. Ich weiß wie stark der Kaffee hier ist und das würde mir die Schuhe ausziehen.

Raucherlounge Addis Also bedanke ich mich und denke gleichzeitig: was riecht das hier so stark nach Zigarettenqualm? Ganz einfach… Weil da. 20 m vom Café entfernt ein „Raucherraum“ ist. Den schau ich mir doch gleich mal an. Jedoch… Ich bin mir sehr sehr sicher: hier hätte sogar unsere leidenschaftliche Raucherin Annette nen Rückzug angetreten… Ein verdrecktes Loch mit übergequollenem Aschenbecher und einer Absauganlage die keine ist. Die Leute HINTER dem Glas sind schön ganz grün im Gesicht…

Neben mir bemerke ich Chinesen, die sich das Spiel ebenfalls anschauen. Es sind extrem viele Chinesen hier. Unweigerlich muss ich an Ronnie denken, der bei mir im Rucksack schläft. Wer sich mit Afrikascout beschäftigt, der weiß, dass Ronnie unser Maskottchen für den Tierschutz ist. Gehäkelt von Michi und sehr geliebt von vielen Reisenden, die bereits von Ronnie begleitet wurden.

Ja. Die Asiaten. Sofort habe ich die Verbindung zum Nashornhandel und ich muss aufpassen, dass ich nicht unfair bin und alle gleich setze…

Beim Weiterschlendern sehe ich plötzlich ein weiteres Toilettenschild und bin neugierig. Das will ich mir mal Flughafen Addis Abeba 3anschauen. Und siehe da… Diese Toiletten sind ok! Richtige Türen und die Böden sind trocken. Hervorragend! Nur leider brauch ich sie nun nicht mehr. Sollten Sie also einmal in Addis Abeba am Flughafen sein… Schauen sie nach den sauberen Toiletten 🙂 der Terminal ist klein.

Flughafenbau Addis Abeba 2017Apropos. Man ist fleißig am Bauen gerade und möchte 2017 mit einem schönen, neuen Terminal glänzen. Ich beobachte die Bauarbeiter draußen. Es sind erneut Chinesen…

Als ich an meinem Gate für den Flug nach Lilongwe angekommen bin, ist es sehr voll. Viele Menschen warten auf ihre Weiterflüge! Es kommen zwei Ansagen auf Englisch durch den Lautsprecher, die mich stutzig machen: Flug nach … (Namen vergessen) hat Verspätung aufgrund technischen Defekts. Weiter geht es mit: Flug nach …(auch wieder Namen vergessen) hat Verspätung wegen technischen Defekts. Hmmmmm…. Das sind gute Aussichten :-))

Mein Flug geht pünktlich und die Maschine ist ganz neu und schön. Nach 3 Std. weiterem Flug lande ich in Lilongwe. Kann quasi ohne Probleme durchgehen. Mein multiple Visa ist vorbildlich vor Abreise in der Botschaft Berlin erstellt und nach meinem Impfpass werde ich garnicht gefragt. Ich hatte aufgrund der Impfpflicht zu Gelbfieber gedacht, das dies sofort geprüft würde… War aber nicht der Fall. Dennoch kann es passieren dass dieser Check bei Ihrer Ankunft in Malawi erfolgt. Darum ist es wichtig, dass Sie diese Impfung vorweisen können!

Meine Mitreisenden aus den USA und aus Holland haben Verspätung. Ich setze mich daher mit einem kühlen Bier auf die Flughafenterrasse und schaue dem bunten Treiben zu.

Es ist der 9. April und der Himmel ist wolkenverhangen und es sind höchstens 20 Grad. Ohne Jacke kann ich nicht hier sitzen. Alles unter 25 grad ist KALT für mich :-))

Da stehen plötzlich zwei meiner Mitreisenden vor mir: Nicole und Lisa von Matoke Tours aus Holland. Auf Team Malawi 2016Anhieb sehr sympathisch und ich freue mich sehr darüber! Beth, eine weitere Mitreisende hat Verspätung mit der Kenya Airways. Wie sich nachher herausstellt, kommt sie aus den USA aus dem Bundesstaat Washington. Auf dem Bild rechts zu sehen ist auch das super Team unseres neuen Partnerbüros für Ihre Malawi reisen. Mike, Tapiwa und Tchifuna.

Kumbali Lodge Lilongwe MalawiBeth ist ebenfalls super und meine neue Zimmerkollegin. Heute Abend fahren Nicole und Lisa noch in die City um zu Harry’s Bar in Lilongwe zu gehen. Beth und ich entscheiden uns für ein Mega fantastisches Dinner in der Kumbali Lodge in der wir heute nächtigen. Das Essen ist eine Wucht! WLAN auch vom aller feinsten… Sonst könnte ich diesen Blog heute garnicht schreiben, während Beth schonmal duscht und für die frühe Abreise morgen früh alles vorbereitet.

Der South Luangwa Nationalpark in Sambia steht morgen auf dem Programm! Freu mich drauf und hoffe, es wird ein klein wenig wärmer…