Reisebericht zu meiner Malawi und Sambia Reise Teil 5 = Luwawa Forest Lodge

Heute morgen frühstückten wir noch einmal in der Mfuwe Lodge mit Blick in die Wildnis des South Luangwa Nationalparks. Die Paviane machten ein Mords Theater! Irgend etwas war in der Nähe was sie scheinbar extrem aufregte. Diese Geräusche gingen mir durch Mark und Bein und ich nahm mir meinen Kaffee, um genauer zu schauen, ob ich am Wasserloch etwas entdecken konnte. Leider jedoch sah ich nichts. Egal – wir mußten los… der Luwawa Forest rief schon nach uns…
Mike war heute sehr happy, denn er wurde heute abgelöst von unserem neuen Tourguide, mit dem wir den Rest der Reise verbringen sollten. Wahrscheinlich war er froh, uns 4 Frauen endlich los zu sein, da wir seine Nerven vermutlich doch etwas strapazierten. Hähä… Nach ca. 4 Stunden Fahrt gen Norden trafen wir schließlich auf ihn. Er wartete am Straßenrand auf uns, um mit uns die Autos zu tauschen.

Wir verabschiedeten uns von Mike und Guide Eddie übernahm das Steuer und somit die EddieFührung unserer kleinen Reisegruppe. Eddie war der neue Hahn im Korb sozusagen, denn wir waren ja nur 4 Frauen on Tour. Groß, sehr schlank und zuvorkommend, zurückhaltend mit einem tollen Lächeln. Dies ist die kurze Beschreibung unseres neuen Reiseleiters, welcher sich im weiteren Verlauf als sehr tiefgründiger und hilfsbereiter Mann entpuppte. Mit sehr interessanter Historie!

Man stelle sich nur vor: sein Großonkel war einst Präsident von Zambia!

Wir bogen irgendwann auf der M1 ca. 10 km nach dem Dorf Luviri rechts ab… Und landeten… Mitten im Wald! Die Luwawa Forest Lodge überraschte mich wirklich sehr! Gerade noch in der typisch afrikanischen Umgebung des South Luangwa auf Safari… Jetzt nach Grenzüberquerung von Sambia nach Malawi und vielen vielen Stunden unterwegs plötzlich ein Feeling, als würde ich mitten im Sauerland stehen… Ehrlich gesagt, war ich zuerst sehr sehr traurig! Ich bin kein Fan von zu viel Wald und Hügeln. Es engt mich ein und nimmt mir die Luft zum Atmen und das Gefühl frei zu sein. Ich bin ein Mensch der weite Ebenen braucht, um sich wirklich wohl zu fühlen.

Afrikascout_Luwawa_Forrest_LodgeNoch dazu regnete es. Beziehungsweise „Regen“ wäre ja noch angenehm gewesen! Es schüttete und die Temperatur lag bei nur noch 13 Grad! Als wir an der Lodge ankamen, fragte ich mich, wie wir aus dem Auto kommen sollten, ohne in dem hohen, tiefroten Matsch auszurutschen und in den Dreck zu fallen… Da kam schon der Besitzer auf uns zu und bat uns noch eine Ehrenrunde zu drehen, so dass wir direkt vor unseren Chalets parken konnten. Gesagt getan. Kurz drauf konnten wir dann auf der anderen Seite der Lodge bequem auf einer Wiese aussteigen und wurden superfreundlich empfangen.

Die ganze Umgebung sowie die Bauart der Luwawa Forest Lodge erinnerte mich an die Chimanimani Mountains in Zimbabwe. Sollten Sie also dort schon einmal gewesen sein, dann wissen Sie, wie es in Luwawa aussieht.

Wie schon gesagt schüttete es in Strömen. Dies hielt Nicole und Lisa jedoch nicht davon ab, einen Spaziergang mit dem Local Guide zu machen, der ihnen die naheliegende Umgebung der Lodge zeigte. Ich blieb mit Beth in der Lodge. Sie beschloss sich ein wenig in unserem Cottage auszuruhen. Hier war Platz für eine Großfamilie! Eine Küche, Wohnzimmer, zwei große Schlafzimmer und zu beiden gehörte jeweils ein kleines Bad.

Ich blieb an der Bar und machte Bekanntschaft mit Brian und seiner Frau, die in der Luwawa Luwawa_Forest_Lodge_AfrikascoutForest Lodge eine weitere Aktivität eröffnen werden in 2017. Dann kann man hier nämlich zu vielen, vielen weiteren Aktivitäten wie Offroad fahren, Abseiling, Fischen, Wandern, Klettern, Kayak, Mountain Biking etc… ebenfalls mit Pferden ausreiten. Sogar eine 3 Tagestour bis zum Malawi See ist in Planung, die man heute bereits abwandern kann. Die zwei sprühten nur so vor Energie und haben bereits sehr viel Erfahrung auf diesem Markt, da sie bereits seit sehr vielen Jahren an anderer Stelle in Malawi das Reiten auf verschiedensten Pferderassen durchführen.

Die Zeit verging wie im Flug und plötzlich standen Nicole und Lisa pitschnaß vor uns nach Beendigung ihrer Wanderung. Während sie sich zum Abendessen umzogen, beschäftigte ich mich ein wenig mit Leon, einem der Hunde die ebenfalls die Luwawa Lodge bewohnen.

Das Abendessen – Hühnercurry mit Reis – schmeckte fantastisch und wir freuten uns bei der Kälte etwas Warmes zu uns nehmen zu können. Noch ein Amarula am offenen Kamin und dann beschlossen wir uns schlafen zu legen, denn der kommende Tag sollte erneut früh beginnen. Zwar erst 6 Uhr – aber immerhin. Auch eher nicht so ganz meine Zeit aufzustehen…

Kurz drauf lag ich auch schon unter dem Moskitonetz auf meinem Bett (es gibt im Luwawa Forest übrigens keine Malaria!). Da hörte ich draußen plötzlich ein enormes Rauschen und Trommeln. Ich setzte mich noch einmal auf, da es wirklich so laut war und ich es erst nicht einordnen konnte… Tatsächlich. Es war Regen. Klar… Vorher hatte es bereits in Strömen geregnet… Sagen wir mal so, wie es an meinem derzeitigen Wohnort in Haiger bei Dillenburg ständig regnet. Das hier jedoch – eröffnete eine völlig neue Definition von Regen. Niemals hätte ich gedacht, dass so viel Wasser auf einen Schlag vom Himmel fallen kann! Das Problem: Es sollte die gesamte Nacht so bleiben. Ich schlief fast garnicht, denn es war so, als würde ich unter einem Schlagzeug einschlafen wollen… Von Metallica oder AC/DC. Während eines Open Air Konzertes versteht sich…

Als der Wecker ging war ich total müde und das erste was ich tat war prüfen, ob es noch regnete, denn ich hörte keine Geräusche. Als ich aus dem Fenster sah, wurde mir jedoch schnell klar, dass der Regen immer noch da war. Nur hatte er sich auf ein normales Level eingependelt.

Ich wollte das Licht einschalten, um ins Bad zu gehen. Jedoch funktionierte es nicht. Was daran lag, dass die Lodge mit einem Generator arbeitete, der so früh noch nicht eingeschaltet war. Okay. Hakuna Matata. Was soll’s? Duschen geht auch ohne Licht! Millionen Menschen haben ganz andere Probleme, denn sie haben weder Zugang zu fließend Wasser noch zu Strom! Das vergessen wir verwöhnten Europäer nur immer sehr gern.

Luwawa-Forest-lodge-afrikascoutNach dem Frühstück und einer kleinen Führung, um die restlichen Zimmer anzuschauen, saßen wir dann auch schon im Auto. Bei 14 Grad und immer noch Regen sowie so dichtem Nebel, dass man stellenweise kaum 50 m schauen konnte, verließen wir die Luwawa Forest Lodge auf dem Weg in Richtung Mzuzu mit dem nächsten Ziel: dem Nyika Nationalpark.

Ich saß im Auto und dachte nach. Wie es wohl aussehen mag wenn die Sonne scheint? Nachdem ich mir dann die Broschüre aus der Tasche kramte und die Bilder anschaute war klar: es muss fantastisch sein! Mitten in Afrika ein Mischwald wie in Europa mit endemischen Pflanzen und unzähligen Vogelarten. Auch Leoparden leben hier. Für Outdoorfreaks ein wahres Paradies.

Im nächsten Blog geht es dann weiter mit unserer Fahrt gen Norden, festfahren im tiefen Schlamm und einem Höhenunterschied von ca. 2500 m den ich gar nicht so wirklich bemerkt hatte…