Reisen in Afrika! „Ist das nicht gefährlich…?“ – Meine erste Afrika Reise

Afrika = Land schlimmer Krankheiten, wilder Tiere und fremder, gefährlicher Kulturen…? Wohl kaum! „Angst vor der eigenen Unwissenheit!“ nenne ich das heute…

Warum schreibe ich heute diesen Blogeintrag? Weil ich damit weltoffenen Reisenden die Angst vor dem afrikanischen Kontinent nehmen und sie bitten möchte, sich viel mehr mit Afrika im Detail auseinander zu setzen! Denn eines ist klar: Derjenige, der leidenschaftlich gerne reist – Afrika jedoch ausläßt aus Angst vor „nicht greifbarem“, der verpaßt etwas in seinem Leben, das mit Worten nicht zu beschreiben ist.

In den vergangenen zwei Wochen habe ich aufgrund von verstärkter Nachfrage unser Vertriebsteam bei der Beratung unserer Kunden unterstützt und sehr viel mit neuen Interessenten und Bestandkunden telefoniert. Auffällig war hier vor allem eines: Die Angst derer, die noch nie in Afrika waren. Nun fragt sich jemand der sehr oft auf dem afrikanischen Kontinent unterwegs ist natürlich: „Warum das denn? Wieso gibt es heutzutage Menschen, die vor Afrika immer noch Angst haben, wo man doch in den Medien so viel darüber lesen und hören kann.“ Darüber habe ich nun sehr viel nachgedacht und mal ehrlich: Hatten wir, die in der heutigen Zeit aufgrund der Schönheit und aufgeklärter Mißverständnisse nicht auch Bedenken vor unserer ersten Reise in ein afrikanisches Land? Ich rede jetzt nicht von Tunesien, Ägypten oder Marokko. Sondern vom südlichen und östlichen Afrika…

Mal überlegen: Vor über 20 Jahren flog ich zum ersten Mal nach Kenia. Ich war gerade mal in dem Alter, wo die Eltern einen flügge werden lassen und eines der ersten Länder die ich besuchen wollte, mußte dann gleich Kenia sein. Mannomann… Hatte ich eine Angst! Wirklich wahr. Zwar meiner Meinung nach „gut vorbereitet“ – soll heißen: voll gepumpt mit viel zu vielen Impfungen und einer Packung Lariam und tonnenweise Autan im Gepäck, ging es damals los.

Völlig falsch, bzw. garnicht informiert (ich hatte eine Last Minute Reise in einer Reisebürokette im Kaufhof gebucht und man war eher desinteressiert an meiner Person. Zur Verteidigung der Dame, die mir die Papiere ausstellte, muß ich jedoch auch sagen: Ich hatte auch keine Fragen. Was hätte ich schon fragen sollen? Ich wollte ja unbedingt hin und es mir selbst anschauen…)! Als junge Frau, die damals gerade erst wenig Geld hatte sparen können, nahm ich natürlich das Billigste was ich bekommen konnte. 2 Wochen Strandurlaub am Diani Beach. All inclusive natürlich. Denn ausgeben wollte ich ja nix… Damals zählte tatsächlich auch ich zu denjenigen die dachten Billigreisen wären super. Aber wie ich sagte: Ich war da noch jung. Heute weiß ich, dass auch bei sehr günstigen Reisen das Verhältnis zu dem was man dafür bekommt dennoch stimmen kann. Wenn man sich gut auskennt und sich gut und detailliert beraten läßt!

Als ich dann vor Ort in Ukunda war, begann ich mich natürlich trotz wunderschöner Strände sofort zu langweilen. Das einzige, das ablenkte, war die akribisch genaue Verfolgung eines jeden Moskito der mir auch nur im Ansatz zu nah kam. „Ich bekomme bestimmt sofort Malaria hier!“ war immer mein Gedanke. Auf der anderen Seite sah ich von den Lariam Tabletten (Malaria Prophylaxe) bereits „rosa Elefanten“ und mir war komplett und durchgehend schlecht. Ich vertrug sie einfach nicht. Egal. Der Arzt der mich schon seit der Kindheit betreute meinte – neben dem Hinweis, dass er es absolut nicht gut heißen könne, dass ich nach Afrika fliegen würde, denn da gäbe es unzählige Krankheiten… – „Die mußt Du nehmen, denn sonst bekommst Du Malaria!“

Aaaaaaalllles klar…. denk ich mir heute. Ein Besuch in einem Tropeninstitut wäre auch damals sicher nicht verkehrt gewesen und hätte mir vieles erspart. Jedenfalls hatte ich quasi vor ALLEM Angst! Vor Moskitos, vor giftigen Fischen im Wasser, vor Schlangen die ich nie sah, vor großen Spinnen (die mich mehr gemieden haben als ich sie), vor den Beach Boys die mich nicht weiter als 10 m auf den Strand ließen und meine blonden Haare ganz toll fanden, vor den übergroßen Tausendfüßlern,…. eigentlich vor allem.

Nach 3-4 Tagen vor Ort gewöhnte ich mich jedoch halbwegs an alles und begann mich dann erst so richtig zu langweilen. Denn nur Essen, rumliegen und schwimmen fand ich damals genau so schlimm wie heute auch. Da hätte ich auch nach Malle oder AI in die Türkei fliegen können… Ich dachte: Okay. Ich hab zwar kein Geld. Aber ich will auf Safari gehen! Das Beste: Ich hatte echt 0 Plan, was es in Kenia eigentlich so alles zu sehen gab… So fragte ich meinen „Reisebetreuer“ bei seinem Besuch im Hotel, ob ich nicht eine Safari machen könne. Er gab mir eine Broschüre mit ganz vielen Angeboten und verschwand wieder.

Drauf stand: Flugsafari in die Masai Mara, mehrtägige Safari in den Amboseli, oder kurze Jeep-Safari in den Taita Hills und Tsavo Ost Nationalpark. Für letzteres reichte mein Geld gerade noch aus. Also. Schnell entschieden und gebucht! Von jetzt auf gleich saß ich in einem Landcruiser mit Hubdach (das es kein Jeep war, merkte ich nicht. Den Unterschied kannte ich damals nicht) und war auf dem Weg ins Landesinnere. Vorbei an Dörfern, winkenden Menschen, lachenden Kindern,… ich hatte unendlich viel Spaß!

Diese 3 Tage in den vorab genannten Nationalparks waren damals für mich das größte Kino auf Erden. Eine Erlebniswelt die ich mit offenem Mund bestaunte und die mich verwandelte. Tiere so nah und nicht nur im Fernsehen zu sehen. Sie zu hören und zu riechen… Ihre Bewegungen zu sehen.. Das war unglaublich faszinierend. Dann am Abend nach der Safari mit einer Petroliumlampe durch das Camp zu gehen und Löwen ganz in der Nähe zu hören… Unbeschreiblich! Aber unbeschreiblich genial.

Die Verwandlung fand damals statt! Nämlich die, von einem ängstlichen in einen neugierigen Menschen. Angst, lernte ich damals in jungen Jahren also, ist völlig unbegründet, wenn man sich vor allem was man in seinem Leben plant, genauestens informiert. Was ich nicht getan hatte, von da an aber bei allen Reisen die daraufhin weltweit folgten zu meiner Pflicht machte. Nichts sollte mir mehr Angst machen können. Erst Recht nicht mein geliebtes Afrika.

Auf unzähligen weiteren Reisen auf dem afrikanischen Kontinent lernte ich somit immer mehr und mehr hinzu. Von Tourguides, Einheimischen, wilden Tieren, … und zu Hause aus Büchern, Dokumentationen uvm… Aus allem was mir begegnete zog ich mein Resumée. Und was soll ich sagen? Ich kann mich heute als wohl einen der größten Afrikafans bezeichnen und das nach 20 langen Jahren und Besuchen in allen Ländern des südlichen und östlichen Afrika.

Hier ende ich heute, denn ich könnte ewig weiter schreiben…

Was ich eigentlich sagen möchte ist: Liebe Reisende! Habt keine Angst vor Afrika. Macht eure Reise dorthin wahr und lasst euch durch die Medien, ängstliche Freunde und Bekannte und eure eigenen Vorstellungen nicht blockieren.

Afrika… ist VÖLLIG ANDERS als ihr es euch je erträumen könnt.

Wer es nicht glaubt… – der ruft mich bitte an! Ich bin immer und für jeden telefonisch erreichbar
um Informationen weiterzugeben, die aus eigenen Erlebnissen und Erlebnissen von Freunden, Einheimischen und Kunden von Afrikascout stammen.

One Life! Live it! sag ich nur.

Bis bald wieder und Kwa heri!
Euer Afrikascout
Sabine Kastner