Südafrika – Rundreise durch KwaZulu-Natal – Tag 2: iSimangaliso Wetland Park, Ghoust Mountain, Tembe Elephant Park, afrikanischer Busch, an der Grenze zu Mosambik

Meine erste Afrikareise
Ein Reisebericht von Michaela Schmidt

Rundreise durch KwaZulu-Natal oder:
Vom Indischen Ozean durch den tiefsten Busch auf die Höhen der Drakensberge wieder hinab durch die märchenhaften Natal-Midlands

Tag 2
Ein herrlich mildes Klima, die Müdigkeit von der gedanklichen Sortierung tausender neuer Erfahrungen des ersten Tages und eine wunderbare Matratze ließen mich in meiner ersten Nacht in Afrika ausgezeichnet schlafen. Auch wenn die Uhren hier eine Stunde früher als in Deutschland im Winter ticken, bin ich doch sehr erfrischt und von neuem Tatendrang getrieben die erste am Frühstückstisch gewesen. Ja, Hunger hatte ich bei dem zauberhaften Kaffee- und Brötchenduft in der Luft auch. Nach der morgendlichen Stärkung setzte ich mein Abenteuer „KwaZulu-Natal“ dann weiter fort.

Nicht weit von meiner Unterkunft entfernt lagen die Boote, für die von mir schon heiß ersehnte Safari auf dem Wasser. Am iSimangaliso Infogebäude ging es los: Auf leisen Kanten und die Wasseroberfläche nur leicht aufbrechend, pirschten wir uns durch die schmalen Kanäle des St. Lucia Estuary Richtung Lake St. Lucia.
Wetlandpark Kroko
Ein herrlich blauer Himmel, die Spiegelungen des Wassers und der tolle Fahrtwind in dieser umwerfenden Kulisse aus hohem Schilf und breiten Sandbänken am Ufer erweckten in mir folgenden Gedanken: Ich bin glücklich, dieser Anblick macht mich glücklich, ich könnte gerade losweinen vor Glück…als plötzlich -zack- gleich eine ganze Nilpferdfamilie vor uns im Wasser auftaucht. Abenteuerliche Gefühle gewannen wieder die Oberhand. Ein starker Bulle mit seinem Nachwuchs entspannten sich durch eine Abkühlung im seichten Wasser. Wunderschön!!! Wir begegneten weiteren Hippoherden, einzelnen ausgestoßenen Bullen, die sich im Dickicht am Ufer versteckten, kleinen und großen Krokodilen, Flamingos und anderen mir gänzlich unbekannten Vögeln. Weiterer Höhepunkt dieser zweistündigen Bootssafari war die Rettung einer Landschildkröte, die unser Guide vor dem nahestehenden Todeskampf im Wasser bewahrte und rettend an Land brachte. Fazit: Ich erlebte Einmaliges und bin auch heute noch beim Schreiben dieser Zeilen von diesem Fleckchen Erde verzaubert und tief berührt! Ich werde es nie vergessen!
Wetlandpark Hippo
Meine Reise durch das wunderschöne Afrika ging dann in Richtung Nordosten weiter. In Mkhuze öffnete das Ghost Mountain Inn seine Pforten für eine kleine Side Inspection. Das Country Inn liegt in direkter Nähe zu dem großen und seltsam geformten Ghost Mountain, 500 km von Johannesburg und ca. 300 km von Durban entfernt und auf direktem Weg nach Mosambik, Swaziland und dem großen Krüger Nationalpark. Für ein vielfältiges Freizeit- und Aktivitätenangebot sorgen das in direkter Nähe gelegene Mkuze Wildreservat und der nahegelegene Hluhluwe Park sowie die zahlreichen Möglichkeiten rund um die Entdeckung des Berges. Fazit: tolle Lodge mit exzellentem Service, modernem Ambiente und hübsch angelegtem Außenbereich (großer, weitläufiger Garten mit Pool und zahlreichen Rückzugsmöglichkeiten mit tollem Blick auf den phänomenalen Berg), idealer Zwischenstopp von Süden nach Norden.
Ghoust Mountain Inn
Schade, dass ich nicht etwas länger verweilen konnte, ich wäre gerne noch geblieben. Doch das nächste Abenteuer wartete schon auf mich und zwar mit allem, was man sich unter dem Begriff „Abenteuer“ vorstellen kann: mit meiner ersten Safari an Land, dem emotionalen Kampf gegen die Angst vor großen und vor allem kleinen Tieren, ersten exotischen kulinarischen Erlebnissen und meinem ersten kräftigen Gewitter im afrikanischen Busch in einem Zelt. Aber langsam und schön der Reihe nach: Am späten Nachmittag erreichte ich den Tembe Elephant Park. Mir fiel sofort die sehr trockene und heiße Luft auf, die dieser Gegend in den letzten Wochen stark zu schaffen machte. Viel zu trocken sei es, eine Dürre, wie man sie seit zig Jahren nicht mehr erlebt habe! Auf sandigem Boden ging es dann auf meine erste vierstündige Safari durch den Busch. Immer auf der Suche nach den großen Säugern, die diesem Park nicht ohne Grund zu seinem Namen verhalfen, ging es durch holzig verwachsene Wälder und entlang dürrer Fade vorbei an den unzähligen Marula-Bäumen. Doch weit und breit ließ sich nicht ein Exemplar der Dickhäuter entdecken. Dies scheint die logische Konsequenz der Dürre zu sein, die die Elefanten zur Wanderung in den Norden Richtung Mosambik oder den Osten bewegt hat. Meine erste wichtige Lektion über eine Safari habe ich damit gelernt: verspreche und erwarte nichts, aber halte Augen und Ohren für die Begegnungen die Du nicht erwartest jederzeit auf und lass dich überraschen und bezaubern ! Viele bunte und seltene Vögel kreuzten unseren Weg, überdurchschnittlich viele Antilopen und Gazellen waren zu bestaunen und zeigten stolz ihren Nachwuchs. Also: die angekündigten „Big 5“ habe ich nicht gesehen, stattdessen aber wundervolle und erkenntnisreiche Erfahrungen und Begegnungen gemacht.
An diesem Tag übernachtete ich in der Tembe Elephant Lodge (Tented Lodge). Nach der langen Safari wurde ich herzlich von den Tembe People mit einem Willkommen-Lied und stimmungsvollen Tänzen begrüßt. Die freuen sich auf mich, dachte ich gleich! Nach der ersten Erkundung meines Nachtlagers, einem feststehenden Zelt mit schönem Interior und separiertem Badezimmerbereich mit Außendusche, machte ich dann auch gleich Bekanntschaft mit meinen vier-, sechs- und achtbeinigen Mitbewohnern und Nachbarn für die nächste Nacht. Wer im Busch zeltet, kann das nicht ausschließen und sollte dies mitbedenken. Ach erst einmal egal, dachte ich und arrangierte mich auf friedliche Weise und mit dem Bewusstsein, dass ja nur ich hier zur Besuch bin und nicht etwa wie alle anderen schon ewig an diesem Ort lebe, mit der ungewohnten Situation. Das Abendessen auf der Terrasse des schilfbedeckten Speisebereichs war hervorragend. Die Tembe People, die sich auf jede erdenkliche Weise um mein Wohl kümmerten und sehr darum bemüht waren, dass es keinem an irgendetwas mangelte, servierten ein traditionelles südafrikanisches Dinner in drei Gängen. Lecker – auch wenn ich vielleicht nicht jeder probierten Fleischsorte die Chance gebe, meine Lieblingsspeisenliste zu ergänzen. Der Abend am Lagerfeuer und einem heimlichen Buschbabybesucher hoch oben in den Baumwipfeln bereicherte das Buscherlebnis in Tembe weiterhin. Was sich alle Einheimischen wünschten und was auch aus objektiver Sicht äußert notwendig war, ließ dann auf dem Weg zu meiner nächtlichen Unterkunft nicht lange auf sich warten:

„Donner, Blitz, Wind und Regen ließen den Busch und mein ängstliches Herzlein erbeben.“

Das erste Mal im afrikanischen Busch im Dunkel der Nacht im Zelt! Was einen nicht umbringt, macht einen reicher an Erfahrungen! Auch wenn ich mir bei der Erfahrung in meinem Zelt mit der Zikade, die im Sturzflug über mein Bett die Zeltseite wechseln wollte und dabei wie ein kleines Baby schrie nicht so ganz sicher bin! Ich glaube, die wollte mir ans Leben! Glücklich an diesem Erlebnis war, dass ich ab diesem Moment nicht mehr weiterschlafen und so das phantastische Wettertreiben dieser Nacht erleben konnte.Wirklich abenteuerlich! Fand auch der Löwe, der ganz in der Nähe hinter dem Zaun zwischen meinem Zeltlager und dem angrenzenden Park durch ein großes Gebrüll seiner Freude über das Gewitter Ausdruck verlieh! Wahnsinnige und spannende Nacht und ein großartiges Erlebnis zum Weitererzählen, wenn ich wieder im langweiligen Deutschland bin, dachte ich so bei mir…
Tembe Elephant Park

Abenteuer 2:
KwaZulu-Natal, iSimangaliso Wetland Park, Ghoust Mountain, Tembe Elephant Park, erste Safari-Erfahrungen auf dem Wasser und an Land, Gewitter im tiefsten Busch, Zikadengeschrei und Löwengebrüll

Unterkunft:
Tembe Elephant Lodge, Tembe, Tented Lodge