Südafrika – Rundreise durch KwaZulu-Natal – Tag 3: Tembe Elephant Park, Zululand, Hluhluwe-iMfolozi Park, Rhino Ridge Lodge, Zulu-Vibe

Meine erste Afrikareise
Ein Reisebericht von Michaela Schmidt

Rundreise durch KwaZulu-Natal oder:
Vom Indischen Ozean durch den tiefsten Busch auf die Höhen der Drakensberge wieder hinab durch die märchenhaften Natal-Midlands

Tag 3
Nach einem tollen Sonnenaufgang im Busch und nachdem sich der afrikanische Himmel wieder beruhigt hatte, ließ ich mir gegen halb fünf meinen ersten Kaffee auf der Terrasse vor meinem Zelt schmecken. Mit einem kurzen Blick nach rechts und links entlang meines Zeltes stellte ich fest, dass der Zaun – allen Ängsten der Nacht zum Trotz – unbeschädigt war, die Bäume noch alle standen und sich meine vier-, sechs- und achtbeinigen Nachbarn nach der großen nächtlichen Buschparty zur verdienten Ruhe zum Schlafen abgelegt hatten.

Das afrikanische Abenteuer setzte sich für mich gegen sechs Uhr in Form meiner ersten Morgensafari fort: Zielstrebig fuhren wir das nahegelegene Wasserloch an, weil man in der Nacht bei der Webcam-Überwachung dieses Ortes sowohl einen Leoparden als auch andere größere Säuger gesehen hatte. Doch leider hatten sich auch diese nächtlichen Besucher wieder ins Nirgendwo zurückgezogen. War man dazu in der Lage, die verbissene Suche nach den faszinierenden „Big 5“ einzustellen, konnte man sich bewusst anderen spannenden Gegebenheiten widmen: wenige Regentropfen der letzten Nacht genügten, um der Natur zu neuer Kraft zu verhelfen. Das Gras war grüner, die Luft erfrischter und die Vögel vitaler. So ging nach einer Stunde meine erste bewusst wahrgenommene Vogelbeobachtung zu Ende: Eine tolle Erfahrung, die ich höchstwahrscheinlich nicht gemacht hätte, wenn sich zeitgleich die großen Akteure auf der Bühne präsentiert hätten.
Als wir von unserem Ausflug zurück zum Buschcamp kamen, waren die enorm halsmuskelstarken Tembe-Frauen schon auf hohem akrobatischem Niveau dabei, das schwere Gepäck auf ihren Köpfen balancierend zum Abfahrtsort zu transportieren. Wahnsinn, die hatten wohl ein extrem gesundes und reichhaltiges Frühstück! Gleich widmete auch ich mich der erneuten Energiezufuhr in Form eines großartigen und vielfältigen Morgensnacks. Ein kurzer Versuch, es den Frauen gleichzutun, scheiterte schon beim Balanceakt eines Buches. Hm, gut, man muss das mehr trainieren! Etwas wehmütig wagte ich einen letzten Blick zurück auf das Camp und meine abenteuerliche Buscherfahrung. An diesem Ort sollte man einfach länger als einen Tag verweilen!
Ich setzte meine Reise weiter Richtung südafrikanischem Inland fort. Im Zululand besuchte ich einen großartigen Kunsthandwerksmarkt der einheimischen Zuludamen. Mich beeindruckte sehr, mit welchem Talent und Geschick man sich hier an die Bearbeitung von eher einfachen Rohmaterialien zu wahren Kunstwerken macht. Einfach toll! Seitdem besitze ich nun logischerweise wunderschöne Holzschnitzfiguren, edlen Perlenschmuck und geniale Flechtkörbe!
Markt Zululand
Schnell erreichte ich das nächste Reiseziel: den Hluhluwe-iMfolozi Park (ältester Park Afrikas, 96.000 Hektar Parkfläche). Der Weg von der Parkeinfahrt bis zu meiner Unterkunft für die nächste Nacht, der Rhino Ridge Lodge, wurde zu meiner vierten ungeplanten Safaritour. Dem Namen der Lodge alle Ehre machend bekam ich auf den 27 km durch den Park schon mindestens sechs weiße Nashörner, Zebras, Giraffen und Büffel zu sehen. Die Rhino Ridge Lodge (die einzige privat geführte Lodge des Parks) liegt im oberen nordwestlichen Grenzgebiet des Parks und bietet durch die Berglage einen umwerfenden Blick über diese wundervolle Gegend.
Rhino Ridge Lodge
Die Begrüßung fiel sehr herzlich aus und mein erster Eindruck beim geladenen High Tea mit leckeren kalten und warmen Köstlichkeiten lässt sich mit den Worten „einfach nur schön“ ausdrücken. Derzeit noch auf 4-Sterne-Niveau (gefühlt aber doch mehr) sorgten mein Housekeeper Mpume sowie alle anderen Angestellten (größtenteils Zulu-People) für einen herzlichen, luxuriösen und geborgenen Aufenthalt. Nach der Erkundung der Anlage mit großzügigem Spa-Bereich, toller Außenterrasse mit Blick auf ein nahegelegenes Wasserloch und dem sehr geschmackvoll eingerichteten Bar-und Speisebereich im Hauptgebäude hatte ich etwas Zeit, meine Buschvilla für die nächste Nacht zu erforschen. Wow! Die Bilder sprechen für sich:
Aussicht Rhino Ridge LodgeBuschvilla Rhino Ridge LodgeBuschvilla 2 Rhino Ridge Lodge
Ich startete dann zur Sonnenuntergangs-Safari durch den Park. Die beiden Guides sorgten für eine tolle Mischung aus interessanten Stopps zur Erkundung der botanischen Besonderheiten der Gegend, wissenswerten Anekdoten rund um die Tradition und Kultur der Zulu in Zusammenhang mit dieser Gegend und der genialen Wildpirsch. Giraffen, Zebras und vor allem weiße Nashörner und Büffel begegneten uns auf unserem Weg. Es ist einfach herzerwärmend, wenn man Nashörner (mit! Horn) beim gemütlichen Grasen beobachten kann – eine weitere Bestätigung im Kampf gegen den fanatischen und absolut sinnlosen Wildererwahn und für den Schutz vor dem brutalen Abmetzeln dieser wunderbaren Tiere!

SAVE THE RHINOS! https://www.facebook.com/therhinoride

Ein netter Zwischenstopp an einem Wasserloch bei kühlen Erfrischungen und tollen Gesprächen mit anderen ‚Abenteurern‘ komplettierte diesen grandiosen Ausflug in die wunderbar wilde und erlebnisreiche afrikanische Natur. Einfach nur großartig!
Zwischenstopp Hluhluwe
Nach dem hervorragenden Abendessen à la carte wurden die Gäste von einer Tanz- und Gesangsvorführung der Zulu-Angestellten überrascht.  Unsere Safari-Guides, die kräftige und sehr selbstbewusste Köchin mit dem großen kulinarischen Geschick und die netten Service-Kräfte  gaben solo und im Chor „Shosholoza“ und andere Zulu-Lieder zum Besten. Ich bin eigentlich andere musikalische Klänge gewohnt und mag grundsätzlich vor allem E-Gitarren und schnelle Schlagzeug-Beats, aber in dieser Situation – an diesem Ort und in dieser authentischen Qualität mit viel Herz und Stolz vorgetragen – hüpfte auch ich fleißig auf meinem Stuhl mit und meine Hände fanden sich ganz ungezwungen zum eifrigen Klatschen zusammen. Ein großes Afrika-Gefühl und Verständnis kam in mir auf!
Gesättigt, erwärmt und zufrieden machte ich mich dann auf den Weg zu meiner Buschvilla und erlebte mein letztes afrikanische Wunder des Tages: Glücklich ließ ich den Kopf in den Nacken fallen, atmete tief und entspannt aus und blickte auf den klaren Nachthimmel mit dem schönsten Sternen-Firmament, das ich jemals bisher gesehen habe. Auch in der Erinnerung noch immer ein Moment mit Gänsehaut-Effekt!

Abenteuer 3:
KwaZulu-Natal, Tembe Elephant Park, Birdwatching, Zululand, Kunsthandwerk, Hluhluwe-iMfolozi Park, zwei von fünf der „Big 5“, Giraffen und Zebras, Zulu-Tanz und Zulu-Gesang, afrikanischer Sternenhimmel

Unterkunft:
Rhino Ridge Lodge, 4-Sterne-Lodge, Isibindi Africa Lodges, Hluhluwe-iMfolozi