Südafrika – Rundreise durch KwaZulu-Natal – Tag 4: Hluhluwe-iMfolozi, Battlefields, Zululand, Nambiti Private Game Reserve

Meine erste Afrikareise
Ein Reisebericht von Michaela Schmidt

Rundreise durch KwaZulu-Natal oder:
Vom Indischen Ozean durch den tiefsten Busch auf die Höhen der Drakensberge wieder hinab durch die märchenhaften Natal-Midlands

Tag 4
Da ich am Abend zuvor vergessen hatte, die Rollos und Jalousien im Schlafzimmerbereich meiner Villa zu benutzen, wurde ich morgens auf einmalige Weise durch die orange-roten und warmen Strahlen der afrikanischen Morgensonne geweckt. Ein Traum! Fit und voller Tatendrang saß ich dann pünktlich um 6 Uhr in unserem Safari-Fahrzeug – für mich konnte es losgehen zur Morgenpirsch! Da wir gestern schon sehr viele große Tiere gesehen hatten, widmeten wir uns heute den eher kleineren Helden des Parks: den Dung Beetles/ Mistkäfern.

Die Suche nach den kleinen Kriegern gestaltete sich zuerst in der Weise, dass wir jeden Misthaufen entlang des Weges absuchten. Wow!!! So große Haufen von nur einem Tier – unfassbar!
Mist
Da kann man sich nur allzu gut vorstellen, wie der Park aussehen würde, wenn die kleinen Racker nicht so gute Arbeit leisten würden! Ein Beetle schleppt in einer Nacht das bis zu 250-fache seines eigenen Körpergewichts in Form von runden Kugeln rückwärts! zu einem sicheren Ort, um es für seinen Brutplatz zu horten oder sich daran zu laben! Sie sind somit die Nährstoffverbesserer dieses Ökösystems! Also: Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Guide jedem Misthaufen ausweicht oder eine kleine Inspektion desgleichen durchführt. Schauen Sie genau hin, Sie werden begeistert sein!
Dung Beetle
Nach dem Frühstück trat ich dann mit schwerem Herzen die Weiterreise an. Fazit zur Rhino Ridge Lodge und zu dem Hluhluwe-iMfolozi Park: Eine wunderbare Mischung aus Abenteuer und Wellness; deutlich und bestimmt: Daumen hoch!

Die heutige Tour auf der Straße war mit Abstand die längste meiner Reise: auf ca. 320 km ging es durch die Battlefield-Region KwaZulu-Natals. Hier fanden die blutigen Kriege der Zulus gegen die Buren und die Briten statt. Die Fahrzeit wurde uns durch viele interessante Geschichten und Informationen von Reggie, einem echten Zulu und einem netten Mitreisenden meiner Gruppe, versüßt. Sehr informativ gestaltete sich auch die gewählte Route durch die eher dörflichen Regionen, auf der ich einen kleinen Einblick in das alltägliche Leben der Zulus bekommen konnte. Am Nachmittag erreichte ich dann meine nächste Unterkunft in der Nähe von Ladysmith: die Springbok-Lodge. Die Tented-Lodge liegt im privaten Nambiti Wild-Reservat. Auch hier erwies sich der Weg vom Parkeingang zur Lodge auf nur wenigen Kilometern wieder einmal als sehr ereignisreich: groß, sehr massig, enorm faltig und grau erschien er vor uns: DER ELEFANT!
Elefant Nambiti
Auf der breiteren Schotterstraße standen unserer Fahrtrichtung entgegengesetzt schon zig sehr komfortable, aber im Verhältnis zu dem riesigen Dickhäuter auch enorm kleine Limousinen in Warteposition; wir waren auf unserer Straßenseite die ersten in der Schlange. Eifrig zückten wir unsere Fotoapparate und fotografierten das sehr mächtige Elefantenhinterteil bis sich dieses mit dem dazugehörigen Tier plötzlich und für seine Verhältnisse sehr schnell drehte, sein wahres Gesicht zeigte und nun direkt auf unseren kleinen und zerbrechlichen Minibus zutrampelte. Keiner drückte jetzt mehr auf den Auslöseknopf. Wie versteinert und mit dem Wunsch, vielleicht am Liebsten nicht gerade jetzt hier zu sein, starrten wir alle auf das große Rüsseltier, das Schritt für Schritt und mit erhobenem Nasenbereich auf uns zukam. Hm, nicht mal so schlecht, dass ich eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen habe, dachte ich so bei mir! Mit ruhendem Motor und einer großen Portion Respekt harrten wir der Dinge, die da kommen konnten. Gut, dass es die letzten Nächte etwas geregnet hatte und der leckere Busch am Wegesrand somit zu neuem Grün gekommen war, denn kurz vor dem Zusammentreffen mit unserem Vehikel machte der graue Kollege kehrt und gab sich seinem Appetit hin! Zündung an, Gas geben und in notwendigem Abstand vorbei…haha…geschafft!
Elefant geht weg
Als wir dann an der Springbok-Lodge ankamen, erwartete uns zur Begrüßung schon der nächste Dickhäuter, dieses Mal in Gestalt eines kleinen Nilpferdbullen! Guten Tag!
Unversehrt und mit hohem Adrenalinpegel versehen etwas unruhig und zappelig wirkend wurden wir dann freundlich von den Angestellten der Lodge begrüßt. Das Hauptgebäude der Lodge zeigt sich in einem jugendlichen und modernen Ambiente mit gemütlichem Aufenthaltsraum und weitläufiger Außenanlage mit großzügiger Terrasse, Pool- und BBQ-Bereich. Die feststehenden klimatisierten Zelte lassen keinen luxuriösen Wunsch offen, verfügen über eine Außendusche, eine Badewanne, separate Wasch- und Arbeitsbereiche und sind konsequent im komfortablen Kolonialstil eingerichtet. Sehr schön!
Springbok Lodge Nambiti
Zelt Betten Springbok
Das Abendessen wurde al fresco am offenen Feuer und unter einem wundervollen Nachthimmel serviert und war sehr schmackhaft! Die Aufregungen und gelebten Abenteuer der letzten Tage zeigten dann aber recht früh am Abend bei mir ihre Wirkung und ich konnte bei einem leichten Wind, der um mein Luxuszelt fegte, prima in einen tiefen und ruhigen Schlaf fallen. Naja, vielleicht kam die Begegnung mit dem mächtigen Elefanten auch noch einmal als kurze Episode in meinen Träumen vor!

Abenteuer 4:
KwaZulu-Natal, Hluhluwe-iMfolozi Game Reserve, Battlefields und Zulugeschichten, Nambiti Private Game Reserve, ein großer Elefant auf der Straße und somit „drei von fünf“ der BIG 5

Unterkunft:
Springbok-Lodge, Tented Lodge, Nambiti Private Game Reserve