Südafrika – Rundreise durch KwaZulu-Natal – Tag 6: Drakensberg, Oliviershoek Pass, Royal-Natal-Park, Mfazimnyama Valley, Spioenkop Game Reserve

Meine erste Afrikareise
Ein Reisebericht von Michaela Schmidt

Rundreise durch KwaZulu-Natal oder:
Vom Indischen Ozean durch den tiefsten Busch auf die Höhen der Drakensberge wieder hinab durch die märchenhaften Natal-Midlands

Tag 6
Nach dem Aufstehen – ich hatte mir schon einen leckeren Kaffee gemacht – wollte ich die herrliche Morgenluft und den wundervollen Sonnenaufgang in den Bergen auf meiner Terrasse genießen.
Alle Hände voll beladen und die Tür nach draußen gerade im Anschlag zum Öffnen blies mich der Sturm auf direktem Weg wieder zurück in mein gemütliches Chalet auf einen der bequemen Sessel. ‚Gut, dann trinke ich den Kaffee eben hier‘ – die Aussicht aus den großzügigen Fenstern auf die gigantischen Bergketten hinaus ist auch nicht schlecht! Das großzügige Frühstück nahm ich dann eine Stunde später im Hauptgebäude ein. Miezi hat überlebt und sonnte sich schon wieder zufrieden auf der Terrasse. Das Abenteuer „Drakensberg“ nahm mit der Fütterung eines großen Raubvogels für mich sein Ende. Mit Hilfe eines tiefgefrorenen Hähnchens lockte einer der Zulu-Ältesten der Region den großen Vogel heran. Im Sturzflug wurde die Beute geschnappt und zügig abtransportiert. Das war wirklich ein großes Tier!
Zulu-Ältester bei der Raubvogelfütterung
wildvogelfütterung 2
Ich setzte meine Reise fort: Über den Oliviershoek Pass fuhren wir zurück in die Provinz KwaZulu-Natals, nahmen das Mittagessen in Form eines Picknicks im Royal-Natal-Park ein und fuhren weiter zu der letzten Unterkunft meiner Reise: der Three Tree Hill Lodge.
Cavern-Region Natal
Die Lodge liegt in direkter Nähe zu dem Spioenkop Wildtier-Reservat (nahe Bergville) und bietet einen dramtischen Blick auf die Ausläufer des Drakensbergs im Hintergrund.
Sonnenuntergang Three Trees
Ich wurde sehr freundlich von der Besitzerin und ihren drei Hunden begrüßt. Die Farmkuh schaute nur kurz zu einem freundlichen „Hallo“ auf ( ich sollte sie später noch genauer kennenlernen). Was kann man zu dieser Farm-Lodge sagen? Neben der großartigen und warmen Bewirtung und dem ausgezeichneten Essen bietet die Three Trees hohen Wohnluxus mit viel Liebe zum Detail. Ich durfte in einer der Lodge-Hütten übernachten und war sowohl von dem zauberhaften Interior im Kolonialstil als auch von der Lage mit Terrassenblick auf das Wildtier-Reservat äußerst begeistert.
Hütten Three Trees
Die Lodge ist mit dem Green-Leaf-Zertifikat ausgezeichnet und wird unter ökologisch wertvollen und sinnvollen Vorzeichen geführt. Ökologische Verantwortung und Nachhaltigkeit wird hier hochgeschrieben! Daumen hoch für diese großartige Engagement mit hohem Vorbildcharakter!

Three Trees
Köchinnen Three Tree Hill Lodge
Privater Wohnbereich Three Trees
Three Trees speiseraum
Nach der ersten Inspektion der Lodge und einem Moment der Ruhe auf meiner Terrasse mit Blick auf das Spioenkop Reservat wurde es mir bewusst: Ich erlebte den vorerst letzten Sonnenuntergang in Südafrika, die vorerst letzte Tierbeobachtung (im Park gegenüber zeigten sich Giraffen und Nashörner) und die vorerst letzten überwältigenden Momente in dieser phänomenalen Natur! Wehmut überkam mich und ich war den Tränen nah. Während die Sonne hinter den Drakensberg-Ausläufern in einem tiefen Orange unterging, schwor ich mir selbst, diesen Abschied nicht für ewig zu halten und so schnell wie es irgendwie möglich ist, dieses – mein Afrikagefühl wiederzuerwecken.
Um meiner Traurigkeit etwas entgegenzuwirken, ging ich in den kleinen Lodge-Shop, in welchem die selbst hergestellten Kosmetika der Three Trees und Schmuck der Community verkauft wurde: “ Vielleicht finde ich noch das ein oder andere Mitbringsel für die Daheimgebliebenen? „, dachte ich so bei mir und stand sogleich vor einer freilaufenden Kuh, die sich wohl mit Shoppen ebenfalls die Zeit vertreiben wollte. Sehr zutraulich ließ sie sich dann auch von allen streicheln und machte dann ihrem Ruf als ‚Wachkuh‘ alle Ehre, als sie uns vor dem bevorstehenden Gewitter, welches sich am Himmel zusammenbraute und lautstark ankündigte, beschützen wollte. Witzig!
Die Three Trees Kuh
So ist das: In Afrika kann man gar nicht lange traurig sein! Nach dem hervorragenden Abendessen im Kreise meiner Reisegruppe und in Gesellschaft der Lodgebesitzerin, die ebenfalls mit uns am Tisch die kulinarischen Köstlichkeiten genoss, beendete ich meinen letzten Abend unter einem sternenklaren afrikanischen Himmel auf meiner Terrasse. „Halte diesen Moment bis zu einem nächsten Wiedererleben in guter Erinnerung!“, sagte ich laut und musste dann letztendlich doch weinen. Ein Resultat der Vorfreude auf meinen nächsten Afrikabesuch!

Mehr zur Three Tree Hills Lodge finden Sie hier: http://threetreehill.co.za/lodge/

Anmerkung von Sabine Kastner: Ich habe die Gastgeber dieser Lodge auf einer Messe in Südafrika kennen gelernt und hatte dort versprochen, dass ich einmal zu Besuch kommen würde. Nun war unsere Michi schneller. Aber nach allem was Sie zu erzählen hat, MUSS ich natürlich jetzt erst recht hin! Es muß wunderschön dort sein.