Tansania, Arusha-Nationalpark Teil 2: Pioniere, Legenden und die weiße Jägerin Margarete Trappe

Hatari Lodge: Portrait von Margarete Trappe

Arusha Nationalpark, Teil 2: Margarete Trappe und der Traum von Afrika

Morgens werden wir von exotischemn Gezwitscher, Trillern und Tschirpen geweckt. Das Vogelkonzert macht uns auf allerschönste Weise klar: Wir sind in Ostafrika. Und wie ich da so völlig verzaubert auf der Veranda unseres Gästehauses sitze, fühle ich mich ein klein wenig, als hätte ich eine Farm in Afrika. Aber dann geht es auch schon los – heute sogar auf den Spuren einer Frau, die genau das hatte: Margarete Trappe.

Eine Pionierin und ihr Traum von einer Farm in Afrika

Margarete Trappe war erst 23 und frisch vermählt, als sie 1906 mit Ihrem Mann Ulrich aus Schlesien ins damalige Deutsch-Ostafrika auswanderte. Auf Ochsenkarren waren sie mit viel Mut und Pioniergeist von der Küste angereist. Die Reise war sicherlich nicht besonders komfortabel, aber nachdem sie den Meru-Pass hinter sich gebracht hatten, muss sich den beiden ein spektakulärer Ausblick geboten haben: Momella, im heutigen Arusha Nationalpark. Hier, inmitten dieser wunderschönen Landschaft, errichteten sie ihre Farm. Sie besaßen Rinder, Ziegen und Pferde und liebten auch das Buschland und die Wildtiere Ostafrikas.

„Die weiße Jägerin“: schon zu Lebzeiten eine Legende in Ostafrika

In Schlesien hatte Margarete von einem Schwager viel über Medizin und Medikamente gelernt. Dieses Wissen kombinierte sie mit den Heilmethoden der Massai und half so Menschen und Tieren auf der Farm und in der Umgebung. Sie war eine ausgezeichnete Reiterin und Schützin und wurde schnell als „Die weiße Jägerin“ bekannt. Auch unter den  Massai genoss sie höchsten Respekt und wurde „Jejo“ (Mutter) und Zauberheilerin genannt. Sie behandelte die Menschen, die Natur und die Tierwelt mit viel Respekt und Wertschätzung und jagte nur nach bestimmten ethischen Grundsätzen.

Margarete Trappe auf der Jagd, Momella, Arusha, Hatari Lodge

Hatari Lodge: Margarete Trappe bei der Jagd                                                              © Foto: Afrikascout Sabine Schneider

Von der Trophäenjagd zur Film- und Fotosafaris in Tansania

Nach dem ersten Weltkrieg wurde Margarete Trappe enteignet – doch sie kehrte 1925 zurück und baute ihre Farm erneut auf. Da sie durch die Enteignung fast mittellos war, musst sie den Wiederaufbau durch die Trophäenjagd mit reichen europäischen Jagdkunden finanzieren. Die erste professionelle Großwildjägerin Ostafrikas war schon zu Lebzeiten eine Legende. Im zweiten Weltkrieg wurde die Farm erneut zerstört. Und wieder kehrte Margarete nach Momella zurück, um die Farm wiederaufzubauen. Der Schutz der Natur und der wilden Tiere standen für sie inzwischen im Vordergrund. Statt Jagdsafaris führte sie nun Foto- und Filmsafaris durch.

Hatari Lodge: Portrait von Margarete Trappe

Hatari Lodge: Portrait von Margarete Trappe                                                                © Foto: Afrikascout Sabine Kastner

Momella, ein Ort für Legenden und Mythen

1957 starb Margarete Trappe. Und es heißt, dass während der drei Tage vor ihrem Tod eine Elefantenherde an ihrem Haus ausgeharrt hat. Sie ist erst wieder im Wald verschwunden, als Margarete Trappe gestorben war. Sie wurde auf der Trappe-Farm beerdigt. Am nächsten Morgen, so erzählt man sich, hätte ihr Sohn Rolf dort zahlreiche riesige Abdrücke rund um das Grab entdeckt: Die Elefanten hatten Abschied genommen.

Unsere Safari in Tansania: Besuch der Trappe-Gräber im Arusha-Nationalpark

Bei unserem Aufenthalt im Arusha-Nationalpark besuchen wir auch die Trappe-Gräber. Nach unserer Fahrt durch den Arusha Nationalpar (dazu im nächsten Teil mehr) biegen wir ab und fahren in Richtung der früheren Momella Farm. Und vorbei an der Hatari Lodge, benannt nach dem gleichnamigen Filmklassiker, der hier in der Gegend gedreht wurde. Die ganze Geschichte zu Arusha, Hatari und Hollywood finden Sie übrigens im ersten Teil unserer kleinen Blogserie zum Arusha-Nationalpark.

Die Momella Farm heute: Momella Wildlife Lodge.

Die Momella Farm heute: Momella Wildlife Lodge.                                                  © Foto: Afrikascout Sabine Kastner

Ein Hauch von Geschichte inmitten der Wildnis Tansanias

Die Gräber von Margarete Trappe und ihrem Sohn Rolf liegen knapp außerhalb des Arusha Nationalparks. Am Parkausgang sammeln wir einen bewaffneten Ranger ein, der uns begleiten wird. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir das neue Farmhaus von Margarete Trappe und ab hier geht es zu Fuß weiter. Der schmale, normalerweise von Büffeln genutzte Pfad führt bergab durch Gebüsch. Wir steigen über Dikdik-Köttel und Hennapflanzen und gelangen an eine Lichtung – der Lieblingsplatz der Trappes. Irritiert schaue ich auf eine kleine runde Mauer inmitten der Wildnis. Der Ranger erklärt, dies sei der Swimming-Pool, was ich erst für einen Scherz halte. Nein, es ist kein Scherz – dies war tatsächlich der Swimmingpool der Trappes. Inzwischen hat ihn allerdings die Natur zurück erobert. Ein paar Schritte weiter dann erreichen wir in den Boden eingelassene Steinplatten: Die Gräber von Margarete Trappe und ihrem Sohn Rolf. Es ist ein friedlicher, ruhiger Ort. Und ich finde, ich spüre einen Hauch von Geschichte. Ein Hauch von vergangenen Tagen in Ostafrika. Als eine Frau eine Farm in Ostafrika hatte.

Margarete Trappe Grab Arusha Momella

Margarete Trappe Grab Arusha Momella

Filmtipps:

  • Der Film „Momella – eine Farm in Afrika“ (2007) vom  ZDF erzählt in wunderschönen Bildern die Geschichte von Margarete Trappe.
  • Der Filmklassiker „Hatari!“erschien 1961 bei Paramount Pictures.

Lesestoff:

  • Hardy Krüger: Eine Farm in in Afrika, Köln 2003.
  • Rolf Ackermann: Die weiße Jägerin, München 2005.
  • Online-Biografie Margarete Trappe

Hier finden Sie unsere geführten Kleingruppenreisen – auch deutschsprachig! – durch Tansania und Arusha. Oder wandeln Sie bei Ihrer Privatsafari durch Tansania auf den Spuren der legendären Margarete Trappe.

Blog-Reihe „Arusha Nationalpark“:

1.  Hatari im Arusha Nationalpark – Wie die Momella Lodge berühmt wurde
2. Pioniere, Legenden und die weiße Jägerin Margarete Trappe
3. Vulkane, Nebelwälder und die „kleine Serengeti“