Tok Tokkie Käfer in der Namib-Wüste

Ein Tok Tokkie Nebeltrinker Käfer in Namibia

Kommt ein Tok Tokkie Käfer in eine Wüstenbar in Namibia: “ Ein Glas Nebel, bitte! Schnell, bin nur kurz hier oben!“ So oder so ähnlich würde wohl die Bestellung des durstigen Kameraden ausfallen.


Der ca. 2 cm kleine, schwarz glänzende Käfer kommt endemisch in der Namib-Wüste in Namibia vor. Durch seine langen Beine ist aber dennoch gut zu sehen und aufzuspüren.

Wer in der Wüste leben möchte, der muss sich sinnvoll an die besonderen Umstände anpassen können. Das raue Wüstenklima kann dabei aber auch dem besten Opportunisten erheblich zusetzen. Um den Aufenthalt in seiner Heimat für ihn so angenehm wie möglich zu machen, verfügt er über ganz außergewöhnliche, optimale Adaptationen.

Tok Tokkie – Luftige Tiefen

Die Flügel des Tok Tokkie Käfers sind von sehr glatter Struktur. Legt er sie dicht aneinander, verschließen sie sich zu einer Art Kammer – abgetrennt vom restlichen Körper. Der Käfer lebt in den Dünen der Namib und macht nur kurze Besuche an der Oberfläche. Dann kann es zwischen 10-30 Minuten dauern, bis er einen kleinen Spalt am hinteren Ende der Kammer öffnet. So lässt er frische Luft in seine „Atmungskammer“ und taucht wieder ab.
Er kommt aber noch anders an die begehrte Luft heran, ohne sich dabei länger den extremen Wüstenbedingungen aussetzen zu müssen. Durch seine langen Beine kann er beinahe schwimmende durch den Sand gleiten. Zum Schutz, unter anderem vor Feinden, gräbt er sich deshalb vor allem am Tag durch die Dünen. Zum Atmen genügt ihm bei dieser Prozedur die Luft, die zwischen den einzelnen Sandkörnern gespeichert wurde.
Die beste und vielleicht auch – in Beobachtung – lustigste Anpassung gelingt ihm allerdings durch jenes Verhalten, welches ihm zu seinem Namen verhalf: Das Nebeltrinken.

Tok Tokkie – Durst? – Dann Kopf in den Sand!

Nachts und am frühen Morgen zieht er über die Namib: Der Nebel des Atlantiks! Zeit für einen ordentlichen Schluck für den Tok Tokkie Käfer. Es heißt: Graben und die Schönheit der Wüste erleben. Alsbald stellt er sich auf den Kopf, steckt diesen in den Sand und sein Hinterteil in die Höhe – phyiskalisch sinnvoll in einem Winkel von 20° zum Wind. Nun fängt er die Nebeltröpfchen mit seiner gesamten Körperoberfläche auf. Trinken ist angesagt. Dieses Nebelauffangen hilft ihm, den eigenen Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten. So kann er nämlich ca. 40% seines eigenen Körpergewichtes als Wasser aufnehmen.

Tok Tokkie – Was wir uns abschauen können

Für die Bionik ist der Tok Tokkie Käfer ein interessantes Untersuchungsobjekt. In Südamerika, u.a. in Chile, wurden nach seinem taktischen Vorbild große Netze mit sehr feinen Maschen in der Atacama-Wüste aufgestellt. In dieser trockenen Gegend wird auf diese Weise Nebel eingefangen und Wasser gewonnen. Ähnliche Netz-Konstruktionen – beispielsweise auf Dächern – sind vielerorts schon umgesetzt oder in Planung.

Gehen Sie mit uns auf Entdeckungstour durch die Namib. Ob im Sossusvlei oder bei einer geführten Wüstentour mit einem professionellen Bushmen-Guide kommen Sie den kleinen Überlebenskünstlern auf die Spur!

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Es grüßen Ihre Afrikascouts!